Im Fluss.

Das Wasser umspielt einen großen kantigen Stein am Ufer, wechselt rasch die Richtung und verleiht der Wasseroberfläche eine ungewöhnliche Form, eine neue Struktur. Sie steht einige Meter davon entfernt und blickt auf das fließende Gewässer, das längst kein Bach mehr ist, aber auch noch nicht als Fluss bezeichnet werden könnte. Sie ist immer wieder erstaunt, … Weiterlesen Im Fluss.

Viersamkeit.

Man kennt sich seit Jahren, da ist jene Vertrautheit, die vieles selbstverständlich macht. Mara heißt eigentlich Maria, aber außer ihrer Mutter nennt sie niemand bei diesem Namen; alle haben akzeptiert, dass sie sich als Mara begreift, vor allem Felix, ihr langjähriger Freund und Vertrauter. Felix hat eine große krumme Nase, ist davon abgesehen aber ein … Weiterlesen Viersamkeit.

Geneviève.

Auf einem kleinen Werbeplakat im Bus wird ein natürliches Heilmittel angepriesen, das für einen gesunden Schlaf sorgen und das innere Gleichgewicht optimieren soll. Eine junge Frau ist neben den Tablettenschachteln abgebildet, sie lacht zufrieden und wirkt ungemein entspannt, was wenig verwundert, schließlich darf sie sich eines gesunden Schlafes und eines optimierten inneren Gleichgewichtes erfreuen. Geneviève … Weiterlesen Geneviève.

Kleine Fluchten.

Eigentlich raucht er nicht, hat noch nie geraucht, konnte sich nie dafür begeistern. Jetzt kauft er sich eine Schachtel, setzt sich auf eine kleine Mauer am Seeufer, zündet sich eine Zigarette an, hustet kurz und heftig und lässt dann seinen Blick über die Wellen gleiten. Eigentlich gibt sie sich jedes Wochenende dem Nachtleben hin, zieht … Weiterlesen Kleine Fluchten.

Allein in der Stadt.

Er fährt in eine Stadt, die er nicht kennt, er fährt ohne Begleitung, ganz allein, ihm ist niemand bekannt, der in jener Stadt wohnt oder zumindest in relativer Nähe lebt, er ist ein Fremder ohne jegliche Bezugspunkte; jedes Gesicht ist ein neues Gesicht, jede Gasse ist unbekanntes Terrain, jede Häuserecke ist Neuland, und alles, was … Weiterlesen Allein in der Stadt.

Unter Kühen.

Es klingt beinahe gewaltsam, wenn die Kühe mit ihren großen Mäulern das Gras ausreißen. Eine rohe Urkraft, und dennoch so gemächlich und ruhig. Ihr stoisches Kauen schafft einen taktlosen Rhythmus, und wenn sich hin und wieder ein Bein bewegt, wirkt es wie ein störendes Element im ansonsten ebenmässigen Bild. Das eigentliche störende Element ist derweil … Weiterlesen Unter Kühen.

Kapla.

Das Kind baut einen Turm aus schmalen Holzklötzen. Es ist kein schnöder Turm, der da entsteht, sondern ein filigranes, durchaus elegantes Bauwerk, ein Konstrukt mit klaren Linien, einer subtilen Formensprache und spannenden Details. Man sieht bereits den Architekten vor sich, oder den Künstler, einen kreativen Freigeist. Eigentlich mag man es nicht, den Weg der Kinder … Weiterlesen Kapla.