Kleine Fluchten.

Eigentlich raucht er nicht, hat noch nie geraucht, konnte sich nie dafür begeistern. Jetzt kauft er sich eine Schachtel, setzt sich auf eine kleine Mauer am Seeufer, zündet sich eine Zigarette an, hustet kurz und heftig und lässt dann seinen Blick über die Wellen gleiten. Eigentlich gibt sie sich jedes Wochenende dem Nachtleben hin, zieht … Weiterlesen Kleine Fluchten.

Allein in der Stadt.

Er fährt in eine Stadt, die er nicht kennt, er fährt ohne Begleitung, ganz allein, ihm ist niemand bekannt, der in jener Stadt wohnt oder zumindest in relativer Nähe lebt, er ist ein Fremder ohne jegliche Bezugspunkte; jedes Gesicht ist ein neues Gesicht, jede Gasse ist unbekanntes Terrain, jede Häuserecke ist Neuland, und alles, was … Weiterlesen Allein in der Stadt.

Unter Kühen.

Es klingt beinahe gewaltsam, wenn die Kühe mit ihren großen Mäulern das Gras ausreißen. Eine rohe Urkraft, und dennoch so gemächlich und ruhig. Ihr stoisches Kauen schafft einen taktlosen Rhythmus, und wenn sich hin und wieder ein Bein bewegt, wirkt es wie ein störendes Element im ansonsten ebenmässigen Bild. Das eigentliche störende Element ist derweil … Weiterlesen Unter Kühen.

Kapla.

Das Kind baut einen Turm aus schmalen Holzklötzen. Es ist kein schnöder Turm, der da entsteht, sondern ein filigranes, durchaus elegantes Bauwerk, ein Konstrukt mit klaren Linien, einer subtilen Formensprache und spannenden Details. Man sieht bereits den Architekten vor sich, oder den Künstler, einen kreativen Freigeist. Eigentlich mag man es nicht, den Weg der Kinder … Weiterlesen Kapla.

Eine mögliche Bewegung.

Da war eine Bewegung, ein Schatten womöglich, oder ein Teil eines Körpers, ein Fragment eines Menschen. Nur ganz kurz war es zugegen, im Augenwinkel, in dieser nebulösen Zone neben den Dingen, die sich klar zeigen, wenn man die Welt mit Blicken ordnet. Die Bewegung, sie ereignete sich in einem Haus in einer gewissen Entfernung, aber … Weiterlesen Eine mögliche Bewegung.

Wenigstens den Sand.

Draußen scheißt der Hund auf den Bürgersteig. Scheißhund, sagt sie leise, doch niemand ist da, um sie zu hören. Sie schaut weiterhin aus dem Fenster und schüttelt langsam ihren Kopf. Natürlich kann der Hund nichts dafür. Kein Mensch ist zu sehen, nur der Hund. Vielleicht ist dann gar niemand schuld. Manchmal wünscht sie sich, die … Weiterlesen Wenigstens den Sand.

Saba und Momo und Pepe.

Er sagt den Leuten, sie sollen ihn einfach Saba nennen. Eigentlich heißt er Sabahudin, doch er will niemandem das Aussprechen des ganzen Namens aufzwingen, er will auch keine Ursprünge erläutern; überhaupt will er möglichst nicht zur Last fallen. Momo ist einer von denen, die man die Jungen nennt, und eigentlich kann er diesbezüglich kaum widersprechen. … Weiterlesen Saba und Momo und Pepe.