Trampolin.

Die Menschen sind aus der Welt gewischt, da sind keine Kinder und keine Eltern und keine Senioren mit künstlichen Hüftgelenken, da sind nur erstaunlich viele Vögel, vor allem Krähen, auch einige Amseln und Spatzen, und da ist ein Trampolin, scheinbar schlafend in der Stille, wie ein paralysierter Riese im hohen Gras. Spielplätze und Schaukeln und … Weiterlesen Trampolin.

Tom Linde Elendiger Ficker.

Es ist der letzte Tag im Leben dieser Parkbank, doch abgesehen von einigen Mitarbeitenden der Stadtverwaltung ist dies bisher niemandem bekannt, auch die Parkbank selbst weiß nicht, was ihr blüht, was jedoch in der Natur der Sache liegt, schließlich mangelt es Parkbänken grundsätzlich an kognitiven Fähigkeiten, und eigentlich ist es auch falsch, vom letzten Tag … Weiterlesen Tom Linde Elendiger Ficker.

Herr Ernst tanzt.

Herr Ernst war gar nicht sonderlich ernst, Ernst war lediglich sein Name, er selbst hingegen war ziemlich lustig, zumindest wäre er es gerne häufiger gewesen, doch er kam nur selten dazu, tatsächlich lustig zu sein, denn er hatte allzu häufig keine Zeit, hatte viel zu tun, musste viele Dinge erledigen, und wenn er gerade nichts … Weiterlesen Herr Ernst tanzt.

Zerren am Gewebe.

Wenn sie sich berührt, fühlt sie sich lächerlich. Das war nicht immer so, im Gegenteil. Sie pflegte es zu genießen, im Alleinsein noch viel stärker als in jeglicher Art der Zweisamkeit. Diese Momente der absoluten Intimität verliehen ihr eine Art der Zufriedenheit, die weit über die rein körperliche Befriedigung hinausging. Sie empfand ein Gefühl der … Weiterlesen Zerren am Gewebe.

Ein Herz aus Gold.

Auf dem Asphalt, nahe am Rand des Gehsteigs, liegt ein Herz aus Gold. Es ist mit einer Halskette verbunden, ebenfalls aus Gold, feingliedrig und zart. Das Herz aus Gold liegt schon eine Weile da, als Anna es findet. Oh, wie schön! ruft sie stumm, aber fröhlich aus. Sie hebt die Halskette hoch und blickt sich … Weiterlesen Ein Herz aus Gold.

Martha.

Sie war anders. Er füllte seinen Kopf mit so vielen Eindrücken, mit Gesichtern und Händen und Körpern, mit Frauen und Männern, mit Namen und Daten, mit Häuserecken und Heuschrecken, mit Meereswellen und Markenlogos, mit sexuellen Erfahrungen und emotionalen Entbehrungen. Er füllte alles in seinen Kopf, und irgendwann tröpfelte und floss es wieder hinaus, versickerte im … Weiterlesen Martha.

Der Friseur.

Man war längst kein Kind mehr, aber auch noch nicht wirklich erwachsen; man taumelte irgendwo dazwischen, in einer Schleuse zwischen den Zeiten, diffus und verführerisch zugleich. Manche standen auf wackligen Beinen im Berufsleben, andere studierten, wieder andere überlegten noch, was auch immer. Einige wohnten noch bei ihren Eltern, einige hatten bereits ihre eigenen Wohnungen, klein … Weiterlesen Der Friseur.