Schleifpapierhaut.

An ihrem Oberschenkel ist eine raue Stelle. Die Haut ist Schleifpapier dort, grob und unnatürlich. Von Auge ist kein Unterschied auszumachen, die Stelle sieht genau gleich aus wie die umliegende Haut. Doch sie fühlt sich vollkommen anders an. Zunächst fand sie es irritierend, dieses merkwürdige Aufbrechen der ansonsten feinen Oberfläche. Doch seit dem ersten Bemerken … Weiterlesen Schleifpapierhaut.

Ein Fleck.

Sie blickt von oben hinab auf den Boden mit dem hellen Parkett und dem eigentümlichen Muster. Zunächst war der Fleck kaum zu erkennen, war lediglich ein dunkler Punkt, eine kleine Irritation im großen Ganzen. Aber bald bemerkte die junge Frau eine Veränderung, eine erste Ausdehnung, die täglich zunahm, zuerst nur allmählich, doch dann immer schneller. … Weiterlesen Ein Fleck.

Es kommt.

Leise rieselt der Schnee. Die Welt ist so dicht eingehüllt, dass fast nichts mehr klingt, nur in der Ferne glaubt sie das Brummen eines Schneeräumungsfahrzeuges wahrzunehmen. Sie schließt das Badezimmerfenster wieder und stellt sich vor den Spiegel, drückt sich ein wenig Körperlotion in die Handfläche und beginnt, ihre Haut einzureiben. Sie mag das, mag diese … Weiterlesen Es kommt.

Hummel und Pinguin.

Jemand versucht, eine herannahende Hummel fortzujagen, und Eva sagt, dass eine Hummel eigentlich gar nicht fliegen können dürfte, bei Anwendung der physikalischen Gesetze und in Anbetracht von Körpergewicht und Flügelspannweite müsste ihr das Fliegen unmöglich sein. Trotzdem fliegt die Hummel, sagt Eva. Der triumphierende Ausdruck auf ihrem Gesicht mutet an, als hätte sie soeben alle … Weiterlesen Hummel und Pinguin.

Der Teufel.

Sie vermag nicht einzuschätzen, wann es begann. Es dauert schon lange an, glaubt sie, doch die Zeit hat ihre Kalkulierbarkeit verloren; Stunden sind kaum von Tagen zu trennen, die Wochen sind Treibgut in einem trägen Fluss. In meiner Brust ballt der Teufel eine Faust. So lautet ihre Antwort, wenn jemand fragt, was los sei. Kaum … Weiterlesen Der Teufel.

Kaputt.

Ein Mann erzählt, wie sein Vater starb. Er ist verreckt, sagt er. Erbärmlich verreckt. Am Ende war er nur noch Haut und Knochen, nur noch Haut und Knochen. Ganz bleich, die Haut wie Papier, oder nein, wie Gips. Als er endlich starb, war er schon lange nicht mehr am Leben. Er redet über den Vater … Weiterlesen Kaputt.

Perpetuum Mobile.

Irgendwann fragte die Therapeutin, ob er gerne Musik höre. Pino antwortete, dass er sich nie viel aus Musik gemacht habe. Musik sei für ihn ein wenig wie Straßenverkehr. Nebengeräusch. Die Therapeutin begann dann zu schwärmen, von Tom Waits, vom Penguin Cafe Orchestra, von Nina Simone. Pino kannte diese Namen nicht. Noch nicht. Eigentlich wusste er, … Weiterlesen Perpetuum Mobile.