Die Tänzerin.

Das klingt jetzt sehr seltsam und wohl auch ziemlich unglaubwürdig, aber es ist wahr, voll und ganz und absolut. Es ist keine große Geschichte, sie ist schnell erzählt, ein einziger Satz genügt: In der Nacht, wenn sie ganz allein ist und niemand sie sieht, stellt sich eine junge Frau irgendwo in dieser kleinen Stadt auf … Weiterlesen Die Tänzerin.

Ein Wimpernschlag.

Er stellt sich vor sie hin. Sein Gesicht ist ganz nah bei ihrem, ihre Füsse berühren sich beinahe, und sie spürt seine Wärme, spürt die Präsenz seines Körpers. Sie registriert, wie sich kleine Vibrationen in ihrem Innern bilden, ein ungewohntes Ziehen an einigen Stellen, ein Schieben an anderen. Der Moment löst sich aus der Zeit, … Weiterlesen Ein Wimpernschlag.

Abhänge.

Er hat an ihren Haaren gezerrt, ihr ins Gesicht gespuckt und sie schließlich einen kleinen Abhang hinabgeschubst. Der Sturz war nicht schlimm, sie trug einige Schürfungen und eine offene Stelle am rechten Knie davon. Weitaus verletzender war das Spucken. Es zeugte von einem fundamentalen Mangel an Respekt, von einer bewussten Erniedrigung, und noch heute, bald … Weiterlesen Abhänge.

Pizza.

Natürlich sind Frauen auch nur Menschen, sagt er. Aus dem Zusammenhang gerissen ließe sich seine Aussage vielleicht sogar als relativierendes, positiv gemeintes Verdikt deuten, wenn man denn unbedingt möchte. Aber der Zusammenhang ist da, er ist unvermeidlich. Denn vor und nach diesem Satz bezeichnet er Frauen wahlweise als dumm, einfältig, hysterisch, billig oder fies; er … Weiterlesen Pizza.

Das Gästezimmer.

Sie wirft die alten Blumen in den Komposteimer, spült die Vase aus, füllt frisches Wasser auf und stellt neue Blumen in die Vase. Tulpen, dunkelrot und weiß. Dann geht sie ins Gästezimmer und platziert die Vase auf dem kleinen Tisch am Fenster. Sie sieht sich aufmerksam um, lässt den Blick über Mobiliar und Flächen gleiten, … Weiterlesen Das Gästezimmer.