Darth Vader und die Rehe.

Die Scheinwerfer sind viel zu hell. Er ist ein Reh, er ist gefangen im Lichtkegel. Dann ist das Auto vorübergefahren, und er wird allmählich wieder zu einem Menschen, frei und ein wenig frierend. Er geht durch den kühlen Morgen, es ist eigentlich noch schwarze Nacht, die wenigen Straßenlaternen malen die Stadt gelb und weiß an. … Weiterlesen Darth Vader und die Rehe.

Die alten Männer aus dem Restaurant des Supermarktes.

Sie hocken auf den Stühlen im Restaurant des Supermarktes und schauen mit leblosen Augen auf irgendwelche Punkte im Nichts. Vor ihnen auf den Tischen stehen Biergläser, schon von Anfang an halbleer. Manchmal trinken sie einen Schluck, aber nur einen kleinen, damit das Bier länger hält. Man muss die Dinge dehnen, sonst bleibt die Zeit ein … Weiterlesen Die alten Männer aus dem Restaurant des Supermarktes.

Im Netz.

Manchmal denkt sie, ohne erkennbaren Anlass, an die Suffragetten oder an Simone de Beauvoir. Dann fühlt sie sich jeweils klein und unbedeutend, aber auch bestärkt und ein wenig stolz, alles im gleichen Moment. Die divergenten Empfindungen ziehen und zerren an ihr, schieben sie in alle Richtungen, dass sie ins Wanken und Stolpern gerät. Ihr morgendlicher … Weiterlesen Im Netz.

Ein Tropfen.

(Dieser lange Satz entstand im Rahmen der Ausstellung ASTRAL SLEAZE mit Arbeiten von Natalie Price Hafslund und Barbara Signer im Projektraum am See im Kornhaus Rorschach und wurde in Form einer Textinszenierung mit Geräuschkulisse aufgeführt. Wer mag, kann die Geräuschkulisse mit einem Klick auf das Play-Symbol abspielen lassen.)   Man hört vereinzelte Tropfgeräusche. (0:00) Steter … Weiterlesen Ein Tropfen.

Die Welt im Kleinen.

Jedes Mal, wenn er seine leeren Bierflaschen zur Altglassammelstelle bringt, tut er doch eigentlich etwas Gutes, etwas Wertvolles, er rettet die Welt im Kleinen, er übernimmt Verantwortung, er beweist Achtsamkeit, doch er fühlt sich nicht achtsam, fühlt sich nicht wertvoll. An guten Tagen fühlt er gar nichts. Doch die guten Tage sind selten geworden. Vermutlich … Weiterlesen Die Welt im Kleinen.

Das Vorspielen.

Ihre Mutter hätte das Richtige zu sagen gewusst. Sie hatte stets die passenden Worte gefunden, wenn Anita sich fürchtete oder traurig war, sogar damals, als Lulu, ihre Katze, von einem Auto überfahren worden war. Anita überlegt, was ihre Mutter in diesem Moment sagen würde, doch ihr fällt nichts ein, keine klugen Sätze, nicht einmal ein … Weiterlesen Das Vorspielen.

Ein Fußabdruck.

Sie machen die Straße neu, wieder einmal, neue Wege braucht das Land, alles will erschlossen sein, alles will erobert werden. Die Bauarbeiter hocken auf ihren Baumaschinen oder klammern sich an ein Werkzeug, und sie schauen grimmig, sie alle. Einer wischt sich mit dem Unterarm den Schweiß von der Stirn, ein anderer raucht eine Zigarette. Eine … Weiterlesen Ein Fußabdruck.