Sefi wollte doch.

Sefi wollte doch Kinderkrankenschwester werden, damals als kleines Mädchen, auch Fotomodell wollte sie werden, später dann Tiefseeforscherin; Sefi wollte doch bedeutsame Momente erleben; Sefi wollte doch warten, auf den richtigen Mann, auf den richtigen Zeitpunkt, sie wollte, dass es wunderschön wird; Sefi wollte doch etwas darstellen mit ihrem Sein, wollte etwas bedeuten mit ihrem Ich; … Weiterlesen Sefi wollte doch.

Kein Maßstab.

Er ist noch ein Kind, als eines Tages ein Versicherungsvertreter zur Familie nach Hause kommt und sich mit seinen Eltern unterhält. Der Versicherungsvertreter hat dunkles Haar und ist freundlich und hat eine Ledermappe dabei, und in dieser Ledermappe befindet sich neben einem Notizblock und irgendwelchen Papieren auch ein Maßstab. Es ist kein normaler Maßstab, denn … Weiterlesen Kein Maßstab.

Das Gästezimmer.

Sie wirft die alten Blumen in den Komposteimer, spült die Vase aus, füllt frisches Wasser auf und stellt neue Blumen in die Vase. Tulpen, dunkelrot und weiß. Dann geht sie ins Gästezimmer und platziert die Vase auf dem kleinen Tisch am Fenster. Sie sieht sich aufmerksam um, lässt den Blick über Mobiliar und Flächen gleiten, … Weiterlesen Das Gästezimmer.

Totland.

Ihre Finger gleiten über ihre Haut, suchend, ganz langsam. Sie weiß genau, wo die Stelle liegt, trotzdem ist da keine Eile in ihren Bewegungen, keine Zielstrebigkeit. Schließlich erreicht sie ihn, den Punkt an ihrem rechten Unterschenkel, jenen blinden Fleck auf ihrer Haut. Es bleibt nach wie vor merkwürdig, dass sie dort nichts spüren kann, beinahe … Weiterlesen Totland.

Womöglich ist womöglich ein ziemlich unnützes Wort.

Der Vater hat immer gesagt: Wenn man die Augen schließt und sich genügend lange an einen anderen Ort denkt, kommt man irgendwann dort an. Er hat nicht erzählt, wie erschreckend die Rückkehr sein kann, wenn man die Augen dann wieder öffnet. Anmerkung: Diese Geschichte entstand im Hinblick auf eine «ambulante Lesung», organisiert in Zusammenarbeit mit … Weiterlesen Womöglich ist womöglich ein ziemlich unnützes Wort.

Kapla.

Das Kind baut einen Turm aus schmalen Holzklötzen. Es ist kein schnöder Turm, der da entsteht, sondern ein filigranes, durchaus elegantes Bauwerk, ein Konstrukt mit klaren Linien, einer subtilen Formensprache und spannenden Details. Man sieht bereits den Architekten vor sich, oder den Künstler, einen kreativen Freigeist. Eigentlich mag man es nicht, den Weg der Kinder … Weiterlesen Kapla.