Hüpfende Steine.

Sie lassen Steine hüpfen. Einen nach dem anderen schleudern sie auf den See hinaus, immer abwechselnd. Manche hüpfen fünf, sechs, sogar sieben Mal. Andere wiederum versinken beim ersten Mal mit einem banalen Plopp im Wasser. Der junge Mann hat den Eindruck, dass seine Steine meistens häufiger hüpfen als jene seines Freundes. Er fühlt sich unwohl … Weiterlesen Hüpfende Steine.

Doppelt drehen.

Doppelt drehen. Doppelt drehen ist wichtig. Doppelt drehen macht sicher, macht sicherer. Der Metallbolzen ragt dann weiter in den Türrahmen hinein. Eigentlich weiß er, dass auch dann, wenn er nur einmal drehen würde, ziemlich sicher niemand in seine Wohnung eindringen würde. Wahrscheinlich nicht einmal dann, wenn er die Tür unverschlossen ließe. Trotzdem, sicher ist sicher, … Weiterlesen Doppelt drehen.

Unter dem Schnee.

Es hatte immer wieder geschneit in diesem Winter, die Tage waren häufig grau und bitterkalt. Der Schnee lag wochenlang auf den Feldern und Wiesen. An manchen Tagen schmolzen einige Zentimeter weg, dann wieder fiel neuer Schnee und ließ die Schicht wieder anwachsen. Was unter der Schneedecke lag, blieb verborgen. Und es war kaum vorstellbar, dass … Weiterlesen Unter dem Schnee.

In der Klinik.

Sie hat sich nicht abgemeldet, hat niemanden informiert, hat niemandem erklärt, wohin sie geht, weil sie dann hätte erklären müssen, weshalb sie dorthin geht, und das wäre ihr wohl kaum gelungen. Von der verlassenen Anlage hatte sie durch Zufall erfahren; in einem Café hatte ein Mann einer Frau erzählt, dass er dort Fotoaufnahmen gemacht hatte, … Weiterlesen In der Klinik.

Neben dem Stuhl.

Man dachte, man mag ihn. Man denkt, man habe ihn gemocht. Man dachte und denkt häufig darüber nach, ob man eine Person mag, und vielleicht noch häufiger darüber, ob man von einer Person gemocht wird. Bei ihm war man relativ sicher, dass man ihn mag. Dass man von ihm gemocht wird. Dass da eine gewisse … Weiterlesen Neben dem Stuhl.

Stechen.

Wenigstens friert sie nicht. Immerhin. Sie zittert nicht, die Haut wirft keine Beulen. Ihr ist auch nicht zu heiß, da ist kein kalter Schweiß, auch kein warmer. Überhaupt spürt sie sehr wenig, selbst heftige Winde weichen ihr aus, Regentropfen ändern kurz vor dem Aufprall die Richtung. Nichts vermag sie zu berühren. Aber wenigstens friert sie … Weiterlesen Stechen.