Unter dem Schnee.

Es hatte immer wieder geschneit in diesem Winter, die Tage waren häufig grau und bitterkalt. Der Schnee lag wochenlang auf den Feldern und Wiesen. An manchen Tagen schmolzen einige Zentimeter weg, dann wieder fiel neuer Schnee und ließ die Schicht wieder anwachsen. Was unter der Schneedecke lag, blieb verborgen. Und es war kaum vorstellbar, dass … Weiterlesen Unter dem Schnee.

In der Klinik.

Sie hat sich nicht abgemeldet, hat niemanden informiert, hat niemandem erklärt, wohin sie geht, weil sie dann hätte erklären müssen, weshalb sie dorthin geht, und das wäre ihr wohl kaum gelungen. Von der verlassenen Anlage hatte sie durch Zufall erfahren; in einem Café hatte ein Mann einer Frau erzählt, dass er dort Fotoaufnahmen gemacht hatte, … Weiterlesen In der Klinik.

Neben dem Stuhl.

Man dachte, man mag ihn. Man denkt, man habe ihn gemocht. Man dachte und denkt häufig darüber nach, ob man eine Person mag, und vielleicht noch häufiger darüber, ob man von einer Person gemocht wird. Bei ihm war man relativ sicher, dass man ihn mag. Dass man von ihm gemocht wird. Dass da eine gewisse … Weiterlesen Neben dem Stuhl.

Stechen.

Wenigstens friert sie nicht. Immerhin. Sie zittert nicht, die Haut wirft keine Beulen. Ihr ist auch nicht zu heiß, da ist kein kalter Schweiß, auch kein warmer. Überhaupt spürt sie sehr wenig, selbst heftige Winde weichen ihr aus, Regentropfen ändern kurz vor dem Aufprall die Richtung. Nichts vermag sie zu berühren. Aber wenigstens friert sie … Weiterlesen Stechen.

Eine Abweichung.

Sie weiß nicht, wann und wie es angefangen hat. Wahrscheinlich war es nur ein kleines Verbiegen der Wahrheit, eine minimale Abwandlung, eine unbemerkte Abweichung zwischen Erlebtem und Erzähltem, ein Schlenker im Interpretationsspielraum. Eine mikroskopisch kleine Lüge, wohl nur eine Flunkerei, doch sie veränderte die Richtung, verändert den Lauf der Zeit, den Lauf der Dinge. Zu … Weiterlesen Eine Abweichung.