Ein Mann mit Hut.

14 Gedanken zu “Ein Mann mit Hut.”

  1. daß der Hut nicht passt, das passt schon…
    eine tolle Textzeile, lieber Disputnik und sie sagt viel aus, mehr, als Du vermutlich beim Schreiben in diesem Moment selbst bemerkt hast, oder hast Du? *lächel*
    Er hat sich dort oben hingestellt, er hat sich getraut, es war wohl eine Art von Prüfung für ihn – einen öden Text von da oben zu lesen, trotz des Wissens, wie er ist. Er hat es getan, er hat sie drangekriegt, die Leute, die unterhalten werden wollen auf Teufel komm raus und nun hat er sie – gelangweilt u. das findet er gut, er lächelt zufrieden.

    Jetzt kann er gehen und er tut es in aller Ruhe. Seine Mutter, die ihn schon erwartet, ist von ihm viel gewohnt und wieder mal hat sie gesehen, DASS er sich traut, wenn er sich etwas vornimmt, deshalb auch der Hut, der nicht passt und genau das ist es, was zu ihm passt

    Liebe Grüße von mir

    Gefällt mir

    1. Wie schön es ist, liebe Bruni, diesen Moment aus einer anderen Perspektive zu sehen, auch aus deiner… Ja, er hat sich getraut, und ich denke, ihm war nicht wirklich bewusst, dass sein Text nicht sonderlich toll war. Doch was, wenn er es tatsächlich doch wusste? Die Rollen, sie ändern sich, das Gefälle neigt sich…
      Vielen Dank dir für das Bereichern, durch deine Sicht und deine Worte…

      Gefällt mir

      1. Er wusste es bestimmt, lieber Disputnik *lächel*
        Dieser Mann mit Hut hat sich unter Deinen Händen selbstständig gemacht…
        Ist es Dir nicht aufgefallen? *g*

        Liebe Grüße

        Gefällt mir

  2. Ich glaube, er wußte um die Banalität seines Textes, sonst wäre er nicht so lange selbstsicher geblieben. Daß er gen Ende stolperiger und markanter wird, ist vielleicht nur dem Umstand geschuldet, er möchte endlich fertig sein. Er geht zufrieden lächelnd zu seiner Mutter. Könnte er das, wenn er sich schämte? Was, wenn der Text nur für alle anderen banal, für die zwei aber ein Silbersilbenwortgespinst?
    Es ist immer wieder erstaunlich, was Ihre Texte mit uns Lesern machen, Herr Disputnik. Danke.

    Gefällt mir

    1. Dass er sich schämte, glaube ich nicht… Ob sein Text für ihn und seine Mutter von besonderer Bedeutung war, weiss ich natürlich nicht, jedoch wies im Inhalt nichts darauf hin, darum bezweifle ich es…
      Und neinnein, wirklich erstaunlich und wunderbar ist, was ihr Lesenden aus meinen Texten macht… Danke!

      Gefällt mir

  3. Als ich noch keine Kinder hatte war ich durch meinen eigenen Fehler in einem Familienhotel gelandet. Eines Abends war eine Kindershow und lauter Eltern, die vor Stolz geplatzt sind. Mir war das völlig schleierhaft, da es ausser dem aufrichtigen Bemühen der Kinder einfach nur schlecht war. Seitdem ich Kinder habe sehe ich die Erinnerung mit anderen Augen, obwohl die „Kunst“ nicht besser oder schlechter ist als damals im Hotel.
    Sehr schöner Text von Dir.

    Gefällt mir

    1. Hmmja, Elternaugen sehen anders, Elternohren hören anders, absolut. Und wenn da aufrichtiges Bemühen ist, kann’s wohl in eben diesen Augen und Ohren auch gar nicht schlecht sein… Vielen lieben Dank dir fürs Lesen, für deine Erinnerungen und Worte…

      Gefällt mir

  4. Es hätte auch genügt, wenn er für die ältere Dame allein vorgelesen hätte…
    und…
    MUSS jede (Vor)Lesung interessant bis zum Abwinken sein?
    Wohl kaum, nein…

    Wieder eine Textperle, lieber Schreibfreund…
    have a sunny day down there
    Finbar

    Gefällt mir

    1. Ich weiss nicht, ob es genügt hätte… Der Dame vielleicht, ihm aber womöglich nicht, keine Ahnung… Sein Vorlesen, nein, war nicht gut, aber interessant war’s dennoch, irgendwie… Vielen Dank für deine Worte, lieber Finbar, und ebenfalls einen schönen Tag dir…

      Gefällt mir

  5. „Man möchte ihn irgendwie mögen, den Text“ – ja, nicht wahr? Man möchte in der Lage sein, den Mann für seinen Mut zu belohnen (denn es gehört doch Mut dazu, sich auf so eine Bühne vor lauter Fremde zu stellen), und wenn man das nicht kann, weil der Text es einfach nicht hergibt, weil es vielleicht besser gewesen wäre, wenn er den Mut nicht gehabt hätte, dann ist das irgendwie traurig.

    Ich weiß nicht, ob ich dem Mann zu seinem Selbstbewusstsein gratulieren soll oder ihn für seine Arroganz belächeln, und ob er seiner Mutter für ihre Unterstützung dankbar sein sollte oder enttäuscht, weil ihr unverdientes Lob für seine Texte ihn zu diesem Auftritt getrieben hat. Ich weiß, wie ich mich an seiner Stelle fühlen würde, aber er fühlt ganz offensichtlich anders, so komplett anders als ich.

    Vielleicht sollte ich mich an deinen letzten Satz halten – das passt schon. Vielleicht passt es schon.

    Aber irgendwie ist da immer noch dieses ungute Gefühl, dass es hätte besser sein können.

    Gefällt mir

    1. Es gehört tatsächlich Mut dazu, sich auf die Bühne zu stellen, ganz unabhängig von der Qualität des Dargebotenen, und dieser Mut, den hatten wir Zuschauer mit den betretenen Mienen nicht. Der Mann mit Hut und Mut verdient darum wohl Respekt. Aber ja, das ungute Gefühl bleibt irgendwie. Vielen lieben Dank dir fürs Lesen und für deine Worte…

      Gefällt mir

  6. Aber er hat sich getraut. Und vielleicht hat er es ja für sie gemacht. Sich für sie überwunden und im Bewusstsein seines Mittelmaßes sich trotzdem dort oben hingestellt. Weil manchmal, wenn es gut ist, die Liebe einer Mutter auch ohne Kritik einfach liebt, weil es doch das ist, was wir uns alle wünschen, ohne etwas geleistet zu haben oder etwas besonders gut getan zu haben, geliebt zu werden.

    Gefällt mir

    1. Ja, er hat sich getraut, und wie sehr er sich bewusst war, dass sein Text nicht sonderlich viel Anerkennung vom Publikum erfuhr, weiss ich nicht, aber der Stolz seiner Mutter dürfte sicher viel wert gewesen sein; das ist er wohl immer. Ob das in dieser Situation tatsächlich reicht, weiss ich hingegen nicht… Vielen Dank dir fürs Lesen und für deine Gedanken…

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s