Großmutter ist müde.

10 Gedanken zu “Großmutter ist müde.”

  1. es ist schwierig, alt und gebrechlich zu werden, auf ständige Hilfe angewiesen, genug vom Leben zu haben, es nicht mehr zu wollen, weil es schon lange vorbei ist, doch der Motor ist stark, er läßt nicht locker und das Lebensmüde akzeptiert ER nicht, dieser gleichmäßige starke Takt, den das Herz vorgibt.
    es ist schwierig, gehen zu wollen und es nicht zu können, auch wenn es der letzte und brennendste Wunsch ist, den ein ein zu lange gelebter Mensch noch hat
    es ist schwierig, es zu verstehen
    es ist schwierig, es nicht zu verstehen

    es ist schwierig zu schweigen und es ist schwierig, etwas dazu zu sagen
    es ist schwierig, sich mit dem Lebensende auseinanderzusetzen…

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    1. Ja, es ist schwierig, es zu verstehen, es zu begreifen, damit umzugehen, es ist schwierig und tut oftmals weh, es ist schwierig, darüber zu reden, aber vielleicht sollte man es trotzdem oder gerade deswegen tun, darüber reden, sich damit auseinandersetzen, wie auch immer, vielleicht wäre es dann weniger schwierig zu verstehen, keine Ahnung…
      Vielen Dank dir, liebe Bruni, für das Lesen und Verstehenwollen und deine Worte…

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  2. Das ist mal wieder eine sehr nahegehenede Geschichte.
    Wie fast alle von Dir!

    Meine Großmutter wurde 94 und das beigefügte Bild entstand etwa 5 Jahre vor ihrem Tod.
    Es sieht aus als würde sie schlafen, doch tatsächlich war sie da noch hellwach und blitzgescheit!
    Sie sitzt auf der Terasse in der milden Frühjahressonne und genießt.
    Die letzten 1 bis 2 Jahre ihres Lebens gab es nach meinen Maßstäben nicht mehr viele Momente die sie genießen konnte.
    Sie war fast blind, konnte irgendwann das Bett nicht mehr verlassen und irgendwann schwand der einst so wache Geist.
    Doch sie hielt fest am Leben.
    Meine Mutter, als ihre Stieftochter, war viel für sie da und sie wohnte bereits zu Zeiten als es noch nicht sein musste in einem guten Altenheim, in dem der letzte Weg würdevoll gegangen werden konnte.

    Ich fürchte, dass in Zukunft öfter Menschen ihr Ende selbst herbeiführen.
    Vielleicht sind sie noch nichtmal lebensmüde, vielleicht haben sie sogar noch nie so gelebt wie man es ihnen wünschen würde, weil´s zum Leben einfach nicht reicht, sondern gerade so zum Überleben und sie sind müde aussichtslos zu kämpfen.
    Sie würden gerne leben, am Leben teilnehmen, mal einen Kaffee trinken gehen, mal ins Kino oder Theater, aber im Winter ist nicht mal die Wohnung warm und Kaffee gibt es nicht mal mehr zu Haus.
    Wo soll es auch her kommen, wenn das Geld schon vor der Rente nur für´s nötigste reichte und oft noch nicht mal dafür.

    Wir müssen uns entscheiden ob wir uns der Diktatur der Gegenwart beugen wollen.
    Ob Geiz wirklich geil ist oder ob wir lieber in einer gerechteren Gesellschaft leben wollen, in der die Scheere nicht immer weiter auseinander geht sondern alle vom Wohlstand profitieren und die wirklich wohlhabenden ein bisschen weniger wohlhabend sein müssen, zugunsten einer Gesellschaft in der es Spaß macht zu leben und am Leben zu bleiben.
    Eine Gesellschaft in der Geld nicht der einzige Wert ist dem wir alle nachlaufen.

    http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/5001/display/140532

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    1. Lieber Joachim, erst einmal vielen lieben Dank fürs Mitteilen und Teilen deiner Erinnerungen. Wenn deine Grossmutter mit beinahe 90 noch in der Sonne sitzen und genießen konnte, klingt das sehr schön. Ebenso schön, dass du diesen Moment auf dem Foto festhalten konntest. Vielen Dank nochmals…

      Ich weiß gar nicht, ob sich in Zukunft mehr ältere Menschen das Leben nehmen. Aufgrund der demografischen Entwicklungen dürfte es wohl immer mehr ältere Menschen geben, und wahrscheinlich würde auch eine wachsende Zahl älterer Menschen finanzielle Gründe für einen Suizid haben, also wäre das durchaus möglich…

      Am Ende entscheidet wohl jeder selbst, ob er nicht mehr leben will. Und wenn der Lebenswille tatsächlich erloschen ist, kann man entweder warten. Oder man kann sich das Leben nehmen – ganz allein oder eben begleitet, in Form von Sterbehilfe. Eine Zeitschrift thematisierte kürzlich das Thema Sterbehilfe im Alter, und in einem Leserbrief zu dieser Berichterstattung erzählte ein Mann davon, dass seine Mutter sich elendig das Leben hatte nehmen müssen, weil sie nicht genug krank war, um Sterbehilfe in Anspruch nehmen zu können. Ich weiß nicht, was diesbezüglich richtig oder falsch ist und ob es überhaupt darum geht. Doch manchmal wirkt das Sterben wohl noch trauriger als sowieso schon…

      Vielen Dank nochmals fürs Lesen und für deine Gedanken, deine Worte…

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