Ein dunkelgrau gekleideter Reiter.

Etwa eine Woche, bevor die Welt untergeht, hat Hugo ein Vorstellungsgespräch für eine Stelle in der Redaktion einer Boulevardzeitung. Er mag die Boulevardzeitung nicht, er liest sie nicht und findet die überdimensionalen Schlagzeilen fürchterlich, doch er ist arbeitslos und antriebslos und braucht Geld, also geht er hin, zu jenem Gespräch. Im Besprechungszimmer hängt ein ziemlich … Weiterlesen Ein dunkelgrau gekleideter Reiter.

Das alte Buch.

Es ist eine andere Handschrift in diesem alten Buch, hastiger und unachtsamer als seine heutige Handschrift, und einen Moment lang denkt er daran, dass er nicht die gleiche Person ist wie jene, deren Worte er liest. Es ist ein unsinniger Gedanke, das weiß er, wahrscheinlich sogar ungesund. Er weiß, er sollte seine eigene Geschichte nicht … Weiterlesen Das alte Buch.

Ichs.

Bisweilen entfernt man sich von einer Version des eigenen Ichs so weit, dass man sich in den Erinnerungen kaum mehr zu erkennen vermag, und womöglich kehrt man in Gedanken zurück ins Kinderzimmer, sieht sich um und sucht nach vertrauten Bildern, doch alles bleibt vage und verschwommen, da sind keine greifbaren Formen, da ist keine Klarheit, … Weiterlesen Ichs.

Im Fluss.

Das Wasser umspielt einen großen kantigen Stein am Ufer, wechselt rasch die Richtung und verleiht der Wasseroberfläche eine ungewöhnliche Form, eine neue Struktur. Sie steht einige Meter davon entfernt und blickt auf das fließende Gewässer, das längst kein Bach mehr ist, aber auch noch nicht als Fluss bezeichnet werden könnte. Sie ist immer wieder erstaunt, … Weiterlesen Im Fluss.

Eidechsen.

Jeden Sommer verbrachte Arianna im Ferienhaus ihrer Großeltern im Süden Italiens, und jeden Sommer sah sie Eidechsen. Manche von ihnen kletterten ihr sogar auf den Handrücken. Bei niemandem sonst schienen sich die Eidechsen auf die Hand zu wagen, und irgendwie war sie sehr stolz darauf. Manchmal dachte sie, dass sie etwas Besonderes sei, sie glaubte, … Weiterlesen Eidechsen.