Nach München.

Er ist eher ein Katzenmensch als ein Hundemensch. Er mag Katzen, mag ihre Eleganz, ihre Größe, er mag, dass sie ihren eigenen Willen haben und nicht irgendwelchen seltsamen Befehlen gehorchen. Draußen regnet es. Er ist drinnen, er sitzt im Zug, fährt bis nach München. Er hat keine Katze, dazu fühlt er sich nicht in der … Weiterlesen Nach München.

Monopoly.

Ein Italiener, ein Franzose und ein Amerikaner kommen in eine Bar. Sie sehen sich kurz um, dann verlassen sie die Bar wieder, ohne etwas zu trinken. Das ist nicht lustig, das ist kein Witz, Tina kann nicht darüber lachen, denn ihr gehört die Bar, sie ist ihre Leidenschaft, ihr Lebensinhalt, doch wenn die Leute sich … Weiterlesen Monopoly.

Biber.

Wenn sie jeweils den schmalen Pfaden im Wald entlanggeht und die knorrigen Baumstämme betrachtet, wäre sie gerne ein Biber. Sie würde sich durch die borkigen Rinden knabbern, würde Ast um Ast zum nahen Fluss schleppen und einen Bau erschaffen, der ihr ein Zuhause wäre. Manchmal sieht sie ein Eichhörnchen im Wald und stellt sich vor, … Weiterlesen Biber.

Absender unbekannt.

Beinahe übersieht sie ihn, den Umschlag. Er steckt zwischen einer Kartonverpackung und einer Zeitschrift, und erst, als er zu Boden fällt, fällt er auf. Sie hebt ihn hoch, dreht ihn zwischen ihren Fingern. Dann trägt sie ihn zusammen mit der restlichen Post in ihre Wohnung. In der Kartonverpackung ist ein Buch, das sie bestellt hat; … Weiterlesen Absender unbekannt.

Mutmaßlich.

Niemand weiß, warum er es getan hat. Die Frage nach diesem Warum, sie drängt sich immerzu auf. Unzählige Begebenheiten lässt man durch die Zeit rinnen, ohne sie ergründen zu wollen, man akzeptiert, ohne zu hinterfragen. Doch in diesem Falle trägt man das Fragezeichen einem Schwerte gleich in den Händen, schwingt es vor aller Augen. Warum … Weiterlesen Mutmaßlich.

Nach der Angst.

Womöglich ist es gar nicht tot. Da ist kalte Angst in den Augen, und wer Angst hat, ist nicht tot. Man kennt es nicht, das Mädchen. Das weiße Kleid, das schwarze Haar, die Gesichtszüge, die Körperhaltung, alles an ihm ist fremd. Auch die Welt, die Umgebung, die wenigen Eckpunkte des Umlandes, die sich bieten, scheinen … Weiterlesen Nach der Angst.