Meeresgrund.

Im Supermarkt ist jeder Salat in der Gemüseabteilung verfault, jeder einzelne Salatkopf grinst mit braunen Blättern aus seiner Kunststoffverpackung. Sie hebt einen Salatkopf hoch, wendet ihn in ihren zitternden Händen und knallt ihn wieder zurück ins Regal, greift sich den nächsten Salatkopf und schleudert auch diesen wieder zurück. Alles ist verfault! brüllt sie in die … Weiterlesen Meeresgrund.

Spurlos.

Mitten in der Nacht wacht sie auf, gerät in einen Dämmerzustand und hat das Gefühl, dass jemand neben ihr liege. Es ist nicht unangenehm, dieses Gefühl, doch als sie realisiert, dass es eigentlich gar nicht möglich ist, dass jemand bei ihr im Raum ist, zuckt sie zusammen und reißt die Augen auf. Sie blinzelt in … Weiterlesen Spurlos.

Bild ohne Ton.

In allen Bildern der verlorenen Zeit wohnt ein Klang; manchmal Musik, manchmal das eigene Atmen, laut und müde, manchmal auch nur das Rauschen, das bleibt, wenn alles schweigt. Alle Bilder, real oder irreal, tragen die Möglichkeit einer Geräuschkulisse, alle Bilder lassen sich in Gedanken vertonen. Nur dieses Bild nicht. Das Seil geht mitten durch den … Weiterlesen Bild ohne Ton.

Angstille.

Vielleicht war es Teleportation. Vielleicht ist es ein Traum. Vielleicht ist es eine Illusion. Sie weiß nicht, wo sie eigentlich ist und warum, aber nun steht sie hier, irgendwo im Nirgendwo. Da sind Bäume und Grashalme, da sind der Himmel und einige Wolken, da sind Hügel und Kanten im Gelände, da sind die Düfte und … Weiterlesen Angstille.

Ein Fötus im Aufzug ohne Zeit und Gewicht.

Ein seltsames Knirschen, ein Knacken, dann der ruckartige Stopp, das kurzzeitige Flackern der Neonbeleuchtung. Und schließlich Stille. Der Aufzug steckt zwischen den Stockwerken, im architektonischen Niemandsland. Ein Kasten aus Kunststoff und Metall, verharrend zwischen den einzelnen Fragmenten der Zeit, einer Zeit, die ausgesperrt bleibt, wie alles andere. Er überlegt kurz, ob er sich unwohl fühlt, … Weiterlesen Ein Fötus im Aufzug ohne Zeit und Gewicht.

Schall und Rauch.

Sie sitzt am Fenster, ein Dröhnen in den Ohren, von der Stille und all den unbeantworteten Fragen, ein Rauschen aus klingender Vergangenheit, das Lachen und das Schluchzen, das berstende Geschirr und die leisen Schritte auf Parkett, alles aufgelöst im Widerhall der Zeit, eine Zeit, die alles verschlingt, was sich ihr in den Weg stellt, jede … Weiterlesen Schall und Rauch.

In der trägen Wärme.

Dein leiser Atem strukturiert die nächtliche Dunkelheit. Du liegst still in der trägen Wärme der reglosen Luft. Wir sind da, seltsam geborgen im Hier und Jetzt, während draussen vor den Fenstern die Welt sich im Kreis dreht. Ich berühre deine Haut, die sich warm über deinen Körper spannt. Ich zeichne Linien, die keiner Richtung bedürfen, … Weiterlesen In der trägen Wärme.