Vielleicht ein Tiger.

An der Zimmerdecke über ihrem Bett ist ein Fleck, ein grauer Schatten, womöglich Feuchtigkeit von der Wohnung in der oberen Etage. Der Fleck hat die Form eines Tierkopfes, doch Sanna ist sich nicht sicher, ob es ein Hund oder eine Raubkatze ist. Manchmal denkt sie daran, künstliche Augen aus dem Bastelladen an die Zimmerdecke zu … Weiterlesen Vielleicht ein Tiger.

Hornhaut.

Eines Morgens bleibt sie einfach liegen. Es ist ein Samstag, sie muss nicht zur Arbeit, hat keine Termine, keine Pläne. Sie hört, wie draußen der Regen auf ein nahes Blechdach prasselt. Hin und wieder fährt ein Auto rauschend über die nasse Straße. Einige Minuten lang bellt der Hund der Nachbarin, dann verstummt er wieder. Als … Weiterlesen Hornhaut.

Ganz fürchterlich.

Sie reden und reden und reden. Sie werfen ihre Hände in alle Richtungen, sie verleihen der Stirn tiefste Furchen und reißen im nächsten Moment die Augenbrauen nach oben. Sie modulieren ihre Stimmlage, sie erbrechen Wortschwalle, sie atmen schwer. Alles ist ganz fürchterlich. Alles ist so dramatisch. Alles ist so wichtig. Er kann es nicht mehr … Weiterlesen Ganz fürchterlich.

Stechen.

Wenigstens friert sie nicht. Immerhin. Sie zittert nicht, die Haut wirft keine Beulen. Ihr ist auch nicht zu heiß, da ist kein kalter Schweiß, auch kein warmer. Überhaupt spürt sie sehr wenig, selbst heftige Winde weichen ihr aus, Regentropfen ändern kurz vor dem Aufprall die Richtung. Nichts vermag sie zu berühren. Aber wenigstens friert sie … Weiterlesen Stechen.

Tropfen.

Sie steht in der Küche und blickt mit starren Augen auf den Wasserhahn. Nichts geschieht. Keine Regung. Sie ist zu Gast in einem Standbild. Mit ihren schmalen Fingern ertastet sie das Ventil des Hahns. Es ist trocken und kalt, nur ein wenig Kalk bröckelt ab. Sie dreht das Wasser auf und gleich wieder ab, das … Weiterlesen Tropfen.

Wenigstens den Sand.

Draußen scheißt der Hund auf den Bürgersteig. Scheißhund, sagt sie leise, doch niemand ist da, um sie zu hören. Sie schaut weiterhin aus dem Fenster und schüttelt langsam ihren Kopf. Natürlich kann der Hund nichts dafür. Kein Mensch ist zu sehen, nur der Hund. Vielleicht ist dann gar niemand schuld. Manchmal wünscht sie sich, die … Weiterlesen Wenigstens den Sand.