Pasta.

Sie wohnten einige Jahre lang im gleichen Haus. Das Haus war voller Leben, war bunt und herzlich, ein wundervoller Mikrokosmos, in welchem so vieles und so viele Platz hatten. Es war ein schönes Haus, denkt Yvonne. Doch vielleicht war es das auch nur wegen ihr. Wegen Francesca. Sie hat sich eine Nudelmaschine gekauft. Schon lange … Weiterlesen Pasta.

Ein dunkelgrau gekleideter Reiter.

Etwa eine Woche, bevor die Welt untergeht, hat Hugo ein Vorstellungsgespräch für eine Stelle in der Redaktion einer Boulevardzeitung. Er mag die Boulevardzeitung nicht, er liest sie nicht und findet die überdimensionalen Schlagzeilen fürchterlich, doch er ist arbeitslos und antriebslos und braucht Geld, also geht er hin, zu jenem Gespräch. Im Besprechungszimmer hängt ein ziemlich … Weiterlesen Ein dunkelgrau gekleideter Reiter.

Im Freibad.

Er war wohl noch ein Kind, als er zum ersten Mal mit dem Gedanken spielte, es zu tun. Wahrscheinlich lag er mit seinen Freunden auf dem akkurat geschnittenen Rasen, und man sprach darüber, machte lapidare Sprüche. Auf die meisten seiner Altersgenossen schien der Gedanke keine Anziehungskraft auszuüben, doch er war umgehend fasziniert von der Vorstellung. … Weiterlesen Im Freibad.

Wahrscheinlich.

Ein zäher Nebel hat die abendliche Landschaft durchdrungen, in der Dämmerung ragen Straßenlaternen und Bäume dunkel in die graue Masse, die Häuser schälen sich schemenhaft aus dem Dunst, wenn man sich ihnen genügend nähert. Die Welt reduziert ihre Ausdehnung, jede Weite scheint ausgemerzt. Er fährt mit dem Auto über nahezu leere Straßen, der Blick klammert … Weiterlesen Wahrscheinlich.

Da capo al fine.

Sie greift an den Hals der Violine, ertastet die Saiten und das schmale Griffbrett, lässt die Fingerkuppen über das glatte Holz des Korpus gleiten. Noch immer, nach all den Jahren, hat sie den Eindruck, die Violine sei ein lebendes Geschöpf, ein Wesen, das atmet und empfindet und reagiert. Sie steht in der Mitte ihres Wohnzimmers, … Weiterlesen Da capo al fine.

Das Schweigen der Stadt.

Die Konturen der fernen Landschaft sind unverändert, die Zeit hat höchstens einige Dellen hinterlassen. Aber schon am Rand der kleinen Stadt ist nahezu nichts mehr so wie früher, die Erinnerungen scheinen Trugbilder zu sein, die charmanten Holzhäuser mussten grauen Klötzen weichen. Sie fährt ihren kleinen Fiat an den Straßenrand und steigt aus, legt die Unterarme … Weiterlesen Das Schweigen der Stadt.