Der Unmögliche.

Man sollte doch. Man müsste doch. Aber man kann nicht. Schon seine Füße. Wenn er steht und geht, beschreiben seine beiden Füße ein V. V wie Vogel, V wie Virus, V wie Vollidiot. Und dann geht er vorüber, die Füße ragen links und rechts wie irrgewachsene Äste aus seiner Route, und sein merkwürdig federnder Gang … Weiterlesen Der Unmögliche.

Die Geschwüre.

Er kennt seine Nachbarn, und die meisten unter ihnen findet er in Ordnung; gute Leute, anständige Leute, kein Gesindel. Trotzdem hat er sein Grundstück mit alten Gitterstangen und Steinmauern eingezäunt. Auf diesem sicheren und geschützten Grundstück steht sein sicheres und geschütztes Haus, und in seinem sicheren und geschützten Haus hockt er, sicher und geschützt. Häufig … Weiterlesen Die Geschwüre.

Der Bauer Herrmann.

Jemand hat dem Bauern Herrmann eine Kuh umgeworfen. Das macht man nicht, sagt der Bauer Herrmann, das zeugt von Respektlosigkeit. Er grummelt noch ein wenig in seinen Bart, es ist ein imposanter, ein dichter, wuchtiger Bart, und dann sagt Bauer Herrmann, das sei sicher einer von den Negern gewesen. Bauer Herrmann sagt Neger, weil es … Weiterlesen Der Bauer Herrmann.

Sie hieß Kurt.

Er war eine schöne Frau. Vielleicht nicht von außen, ganz sicher nicht aus der Distanz, aber womöglich aus der Nähe. Und hoffentlich im Innern. Merkwürdigerweise traf man sie stets an der Altglassammelstelle in der Nähe des Einkaufszentrums. Manchmal entsorgte sie ihre Flaschen dort, manchmal stellte sie auch einfach ihr Moped auf den Parkplatz neben den … Weiterlesen Sie hieß Kurt.

Werner und die Suffragetten.

Werner sagt, dass die Frauen endlich aufhören sollen, sich zu beklagen, schließlich hätten sie es ja gut, im Vergleich zu früher, im Vergleich zu anderen Ländern, so ganz allgemein und grundsätzlich, und dann zieht er die Nase hoch, macht einen unlustigen Witz und lächelt schief. Werner hat keine Ahnung, wer Emmeline Pankhurst und Emily Davison … Weiterlesen Werner und die Suffragetten.

An einem Sonntagabend.

Da war diese Frau. Nach dem Versinken des Tageslichts tauchte sie auf. Jeden Sonntagabend, immer wieder, ohne Unterlass, schon seit Wochen. Am Anfang ließ sich Besorgnis in den Augen der Leute ausmachen, eine kleinmütige Anteilnahme. Da waren Fragezeichen, zwar kümmerlich und in schludriger Schrift skizziert, aber immerhin. Warum ist sie nackt? Warum weint sie stumm? … Weiterlesen An einem Sonntagabend.