Wahrnehmungskraftlosigkeit.

Sie sagt: Wenn man mit den Fischen schwimmt, kann man unter Wasser atmen. Sie sagt: Wenn man sich in große Papierbögen einwickelt, kann man im Innern eines Baumes stehen. Sie sagt: Einmal kannte ich einen Mann, der hatte unter seinem Gesicht noch ein zweites Gesicht, das er aber niemandem zeigte, nur seiner Mutter, und als … Weiterlesen Wahrnehmungskraftlosigkeit.

Der Gescheckte Nagekäfer.

Sara beobachtet den Käfer auf dem Fenstersims. Er geht einige Schritte und bleibt dann stehen, tastet mit seinen Fühlern um sich. Dann geht er weiter, bleibt wieder stehen, geht weiter, bleibt stehen, seine Bewegungen wirken wie ein Tanz, ungelenk zwar, aber dennoch mit einer gewissen Eleganz. Sara schließt den Fensterladen. Es ist heiß draußen, ein … Weiterlesen Der Gescheckte Nagekäfer.

Ulla steht im Wind.

Ulla steht im Wind, und der Wind, er zerrt an ihren Haaren, er zerrt an ihren Kleidern, er zerrt an ihrer Nase, vor allem an ihrer Nase, und manchmal gerät sie ein wenig ins Wanken, fällt beinahe um. Einst trat ein Mann zu ihr heran und sagte, ihre Nase sei so groß, geradezu riesig, die … Weiterlesen Ulla steht im Wind.

Stolpern.

Er ist überzeugt, dass ein überzeugendes Auftreten wichtig ist, dass man mehr erreicht, wenn man in beeindruckender Weise Eindruck hinterlässt, er glaubt, dass man den Schein wahren muss, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, ganz nach oben zu gelangen, doch eines Tages geht er eine Treppe hinauf und ist in Gedanken bereits dort, wo er hin … Weiterlesen Stolpern.

Die alten Männer aus dem Restaurant des Supermarktes.

Sie hocken auf den Stühlen im Restaurant des Supermarktes und schauen mit leblosen Augen auf irgendwelche Punkte im Nichts. Vor ihnen auf den Tischen stehen Biergläser, schon von Anfang an halbleer. Manchmal trinken sie einen Schluck, aber nur einen kleinen, damit das Bier länger hält. Man muss die Dinge dehnen, sonst bleibt die Zeit ein … Weiterlesen Die alten Männer aus dem Restaurant des Supermarktes.

Unter dem Schnee.

Es hatte immer wieder geschneit in diesem Winter, die Tage waren häufig grau und bitterkalt. Der Schnee lag wochenlang auf den Feldern und Wiesen. An manchen Tagen schmolzen einige Zentimeter weg, dann wieder fiel neuer Schnee und ließ die Schicht wieder anwachsen. Was unter der Schneedecke lag, blieb verborgen. Und es war kaum vorstellbar, dass … Weiterlesen Unter dem Schnee.

Nach dem Zauber.

Sie lebt in einem Haus mit einem Ziegeldach, und obschon sie schon lange dort wohnt, weiß sie noch immer nicht, wie die Ziegel auf dem Dach befestigt sind und wie es unter ihnen aussieht. Sie wundert sich, sie fragt sich, und eines Tages, mit Entschlossenheit unter den Rippen, beschließt sie, dem Wundern und Fragen ein … Weiterlesen Nach dem Zauber.