Viersamkeit.

Man kennt sich seit Jahren, da ist jene Vertrautheit, die vieles selbstverständlich macht. Mara heißt eigentlich Maria, aber außer ihrer Mutter nennt sie niemand bei diesem Namen; alle haben akzeptiert, dass sie sich als Mara begreift, vor allem Felix, ihr langjähriger Freund und Vertrauter. Felix hat eine große krumme Nase, ist davon abgesehen aber ein … Weiterlesen Viersamkeit.

Wolken über Paris.

Am Abend zuvor stand die Vase noch nicht auf dem Tisch. Sie weiß es ganz genau, zumindest glaubt sie, dass sie es ganz genau weiß. Sie starrt auf das kleine Gefäß, auf die abgesplitterte Kante, auf die trockenen Blumen, als wäre darin eine Antwort zu finden, eine Gewissheit zu erlangen. Doch die Vase steht einfach … Weiterlesen Wolken über Paris.

Die alte Kälte.

Man mag ihn nicht, hat ihn nie gemocht. Vielleicht hat man es zu Beginn noch versucht, aber nie wirklich geschafft, und irgendwann hat man dann wohl aufgehört, es überhaupt in Betracht zu ziehen. Man hat sich damit abgefunden, dass man gewisse Menschen liebenswert oder sympathisch findet, er aber nicht zu diesen Menschen zählt. Die Abneigung, … Weiterlesen Die alte Kälte.

Pluto.

Irgendwann verlor er das Gefühl in den Füssen und den Boden darunter, füllte die entstandene Leere mit Gift und Galle, starrte ins Nichts, und später, sehr viel später wachte er auf, die Haut trocken und spröde, die Hose zerschlissen, und er fragte sich, ob die Jahre, die er verloren hatte, je von jemandem gefunden werden … Weiterlesen Pluto.

Ein Moment ohne Ort.

Jemand sagte ihr einst, ein Moment erhalte seine Form erst im Rückblick, im Erinnern. In der Gegenwart, also in ihm selbst, lasse sich der Moment gar nicht erfassen und greifen. Somit, denkt sie sich, müsste jedes Bild, das man von einem Moment hat, erst nach diesem Moment entstanden sein. Was bedeuten würde, dass es gar … Weiterlesen Ein Moment ohne Ort.

Finger.

Wir werden es alle gewusst haben, und auch wenn sich nichts ändern wird, und auch wenn es zu spät sein wird, werden wir sagen können, dass wir es gewusst haben, dass wir die Zeichen erkannt haben, dass es viele Zeichen waren, deutliche Zeichen, unzählige Fingerzeige, die eigentlich niemand hätte übersehen können, und wir werden sagen … Weiterlesen Finger.

Unstern.

Träge zerrinnen die Tage, der Schleim der Vergangenheit liegt über den Dingen, ein belangloses Dasein im fahlen Licht eines Unsterns. Es geht längst nicht mehr um halbvolle oder halbleere Gläser, sie sind alle ausgetrunken und liegen in Scherben, und all die Scherben der Welt, sie bringen kein Glück, sie schneiden nur in die Haut, reißen … Weiterlesen Unstern.