Nur ein Felsbrocken.

Er weiß nicht, ob er gerade erst aufgetaucht ist oder schon immer da war. Er weiß nicht, woher er kommt und weshalb er genau an dieser Stelle liegt. Aber er ist da, grob und kantig, groß und stumm. Es ist nur ein Felsbrocken, sagt er sich. Nur ein Felsbrocken. Nur ein Felsbrocken. Zu Beginn macht … Weiterlesen Nur ein Felsbrocken.

Die Prozession.

Ein fahler Dreiviertelmond hängt in der Luft, beleuchtet die vereinzelten Wolkenfetzen und lässt den Himmel aussehen wie das fleckige Fell eines Tieres, eines unentdeckten Schneeleoparden vielleicht. Ein kühler Wind bewegt die Zweige, schiebt Laub vor sich her. Er hat das Haus verlassen und ist losgegangen, zwar ohne Ziel, aber zumindest mit Richtung. Jedes Mal, wenn … Weiterlesen Die Prozession.

Eingebrannt.

Da sind zwei kleine Zwillingsmädchen mit roten Haaren und Sommersprossen, sie tragen luftige Röcke und weiße Strümpfe, sie lutschen an Lollipops und starren mit riesigen leeren Augen ins Nichts; da ist eine Frau, nackt und schön, sie beschmiert ihren Körper mit Schlamm und Dreck, ihre Lippen lachen ein stummes Lachen, doch ihr Blick ist kalt … Weiterlesen Eingebrannt.

Nach der Angst.

Womöglich ist es gar nicht tot. Da ist kalte Angst in den Augen, und wer Angst hat, ist nicht tot. Man kennt es nicht, das Mädchen. Das weiße Kleid, das schwarze Haar, die Gesichtszüge, die Körperhaltung, alles an ihm ist fremd. Auch die Welt, die Umgebung, die wenigen Eckpunkte des Umlandes, die sich bieten, scheinen … Weiterlesen Nach der Angst.

Ihre Lieder.

Sie hat eine Melodie im Kopf, passende Wortfetzen, die Idee eines Liedes. Sie glaubt, es wäre ein besonderes Lied, und sie möchte es festhalten, möchte es niederschreiben, so gut es geht, doch sie ist unterwegs, ohne Stift, ohne Papier. Sie sieht eine Telefonzelle, geht hinein, schließt die Tür. Sie singt das Lied in die hermetisch … Weiterlesen Ihre Lieder.

Bild ohne Ton.

In allen Bildern der verlorenen Zeit wohnt ein Klang; manchmal Musik, manchmal das eigene Atmen, laut und müde, manchmal auch nur das Rauschen, das bleibt, wenn alles schweigt. Alle Bilder, real oder irreal, tragen die Möglichkeit einer Geräuschkulisse, alle Bilder lassen sich in Gedanken vertonen. Nur dieses Bild nicht. Das Seil geht mitten durch den … Weiterlesen Bild ohne Ton.