Wie es ist.

Es ist, wie es ist, sagt der alte Mann und faltet die Hände; er hat noch nie gebetet und wird jetzt nicht mehr damit anfangen. Er sitzt in seinem Sessel und lässt die Schultern hängen. Schräg vor ihm steht das Sofa, auf dem schon lange niemand mehr sass, und unter dem Sofa bemerkt er den … Weiterlesen Wie es ist.

Ein Wimpernschlag.

Er stellt sich vor sie hin. Sein Gesicht ist ganz nah bei ihrem, ihre Füsse berühren sich beinahe, und sie spürt seine Wärme, spürt die Präsenz seines Körpers. Sie registriert, wie sich kleine Vibrationen in ihrem Innern bilden, ein ungewohntes Ziehen an einigen Stellen, ein Schieben an anderen. Der Moment löst sich aus der Zeit, … Weiterlesen Ein Wimpernschlag.

Grashalmtag.

Manche Tage sind wie die Grashalme auf den Wiesen; jeder gleicht dem anderen, keiner tut sich hervor, keiner drängt sich auf, und will man Unterschiede oder Einzigartigkeiten ausmachen, muss man sehr genau hinschauen, und eigentlich sind nicht nur manche, sondern die meisten Tage Grashalme, darum gibt es wohl so viele Wiesen (und es gibt sehr … Weiterlesen Grashalmtag.

Wahrnehmungskraftlosigkeit.

Sie sagt: Wenn man mit den Fischen schwimmt, kann man unter Wasser atmen. Sie sagt: Wenn man sich in große Papierbögen einwickelt, kann man im Innern eines Baumes stehen. Sie sagt: Einmal kannte ich einen Mann, der hatte unter seinem Gesicht noch ein zweites Gesicht, das er aber niemandem zeigte, nur seiner Mutter, und als … Weiterlesen Wahrnehmungskraftlosigkeit.

Blumenmädchen.

Das Mädchen hält die Blumen in der Hand und die Hand ins Wasser. Wo es auch geht und steht, wohin es sich auch verirrt und treiben lässt, es hält die Blumen ins Wasser; an kleinen Seen und unentwegt zerrenden Flüssen, an gurgelnden Bächen, an jedem Brunnen. Es hat die Blumen nicht gepflückt, hat die Stiele … Weiterlesen Blumenmädchen.

Staub.

Früher war hier mal ein Schuppen. Dunkelgrau und nahezu fensterlos, schlicht und einfach. Er sah schon aus weiter Ferne verstaubt und müde aus, wie ein altersschwaches Tier auf einer kargen Wiese, umgeben von trauernden Bäumen. Wenn man beim Näherkommen aber auf die Empfindungen der Haut achtete, konnte man spüren, wie eine seltsame Wärme vom Schuppen … Weiterlesen Staub.

Zwei schweigen.

Am Straßenrand hängt ein junger Mann an einem Kreuz, die Arme ausgebreitet, den Kopf leicht abgewinkelt. An den Handflächen ist das Blut eingetrocknet, dunkle Flecken umranden die Stellen, an denen man ihm die Nägel durch das Fleisch getrieben hat. Sein Gesicht sieht traurig aus. Sie steigt von ihrem Fahrrad, lehnt es an die Leitplanke und … Weiterlesen Zwei schweigen.