Wahrnehmungskraftlosigkeit.

Sie sagt: Wenn man mit den Fischen schwimmt, kann man unter Wasser atmen. Sie sagt: Wenn man sich in große Papierbögen einwickelt, kann man im Innern eines Baumes stehen. Sie sagt: Einmal kannte ich einen Mann, der hatte unter seinem Gesicht noch ein zweites Gesicht, das er aber niemandem zeigte, nur seiner Mutter, und als … Weiterlesen Wahrnehmungskraftlosigkeit.

Blumenmädchen.

Das Mädchen hält die Blumen in der Hand und die Hand ins Wasser. Wo es auch geht und steht, wohin es sich auch verirrt und treiben lässt, es hält die Blumen ins Wasser; an kleinen Seen und unentwegt zerrenden Flüssen, an gurgelnden Bächen, an jedem Brunnen. Es hat die Blumen nicht gepflückt, hat die Stiele … Weiterlesen Blumenmädchen.

Staub.

Früher war hier mal ein Schuppen. Dunkelgrau und nahezu fensterlos, schlicht und einfach. Er sah schon aus weiter Ferne verstaubt und müde aus, wie ein altersschwaches Tier auf einer kargen Wiese, umgeben von trauernden Bäumen. Wenn man beim Näherkommen aber auf die Empfindungen der Haut achtete, konnte man spüren, wie eine seltsame Wärme vom Schuppen … Weiterlesen Staub.

Zwei schweigen.

Am Straßenrand hängt ein junger Mann an einem Kreuz, die Arme ausgebreitet, den Kopf leicht abgewinkelt. An den Handflächen ist das Blut eingetrocknet, dunkle Flecken umranden die Stellen, an denen man ihm die Nägel durch das Fleisch getrieben hat. Sein Gesicht sieht traurig aus. Sie steigt von ihrem Fahrrad, lehnt es an die Leitplanke und … Weiterlesen Zwei schweigen.

Niemand spielt Klavier.

Das Fenster zum Innenhof ist geöffnet, wie an den meisten Tagen. Nur wenn der Wind zu ungestüm weht oder es eisig kalt ist, lässt sie das Fenster geschlossen. Heute ist es warm, viel zu warm für den Herbst. Der Innenhof, er ist meistens bis in den hintersten Winkel gefüllt mit Klang. Resolutes Pfannengeklapper, dumpfes Stimmengewirr, … Weiterlesen Niemand spielt Klavier.

Hugo und das Känguruh (mit h am Ende).

Hugo liest Wolfgang Borchert. Das Känguruh, heißt die Geschichte, und in dieser Geschichte sagt einer ein Gedicht auf. Es war einmal ein Känguruh, das nähte sich den Beutel zu, mit einer Nagelfeile, aus lauter Langeweile. Die Geschichte handelt eigentlich von anderen Dingen, schlimmen Dingen, doch Hugo staunt vor allem über das Wort Känguruh. Früher war … Weiterlesen Hugo und das Känguruh (mit h am Ende).

Ein gigantischer Besen.

Sie wünscht sich einen Besen. Keinen normalen Besen. Keinen Rutenbesen, keinen Handbesen, keinen dieser Kunststoffbesen aus dem Baumarkt. Sie braucht auch keinen Hexenbesen; zwar würde sie das Fliegen lieben, doch ihre Höhenangst würde es wohl unerträglich machen. Der Besen, den sie sich wünscht, wäre der größte und stärkste Besen der Welt. Ein überdimensionaler Besen wäre … Weiterlesen Ein gigantischer Besen.