Anna mittendrin. (Eine Kindergeschichte)

Anna ist ein Mauswieselmädchen. Anna ist aber auch ein Hermelinmädchen. Es ist nicht so, dass sich Anna nicht entscheiden könnte. Anna ist tatsächlich beides. Denn die Mutter von Anna ist eine Mauswieseldame. Und der Vater von Anna ist ein Hermelin. Das ist merkwürdig, denn normalerweise suchen sich Mauswieseldamen einen Mauswieselherren, und Hermelinherren mögen normalerweise lieber … Weiterlesen Anna mittendrin. (Eine Kindergeschichte)

Die Mütze im Fluss.

Er ist acht Jahre alt, als ihm ein älterer Junge die Mütze vom Kopf reißt und sie in den nahen Fluss wirft. Er wird wütend und traurig zugleich, verflucht den Jungen und wünscht ihm alles Schlimme, beginnt zu weinen und rennt nach Hause. Sechzehn Jahre später hört er zufällig, dass der besagte Junge bei einem … Weiterlesen Die Mütze im Fluss.

Jenseits der Schnellstraße.

Seine Frisur war fürchterlich. Er wohnte nebenan, war drei Jahre jünger als ich, und damals waren diese drei Jahre von gigantischen Dimensionen, sie ließen sich kaum einschätzen. Sein Name war Thomas, und eigentlich mochte ich Thomas nicht. Er war nicht nur schrecklich jung, sondern auch schrecklich langweilig, ziemlich dumm und zugleich ziemlich laut. Und eben, … Weiterlesen Jenseits der Schnellstraße.

Ja.

Das Kind hat diese Angewohnheit, man könnte es Spleen nennen oder Marotte, jedenfalls hängt es bei manchen Sätzen ein Ja ans Ende, einfach so oder vielleicht, um die Aussage zu verstärken. Der Lego-Mann kann sehr hoch springen, höher als ein Haus, ja. Häufig ist der Blick des Kindes dann ernsthaft und sehr fokussiert. Die Dinosaurier … Weiterlesen Ja.

Viel zu laut.

Da ist diese Liebe, vollkommen, unumstößlich, bedingungslos, wie sie wohl nur das eigene Kind auszulösen vermag. Ein Gefühl, das keines Hinterfragens bedarf, keiner Deutung; ein Gefühl, so klar und schön und gut. Und dann das. Man wird laut. Sehr laut. Viel zu laut für die Situation, viel zu laut für jede Situation. Ein Tadel wäre … Weiterlesen Viel zu laut.

Fernsehabend.

Manchmal vergisst sie, wie groß seine Hände sind. Riesige Pranken, fleischig und breit, unverhältnismäßig groß im Vergleich zum restlichen Körper. Sie hat ihren Vater schon immer für seine enormen Hände bewundert. Vielleicht tut sie es noch immer, aber es fühlt sich anders an als früher. Die Hände der Mutter sind dagegen verschwindend klein, doch sie … Weiterlesen Fernsehabend.