Im Freibad.

Er war wohl noch ein Kind, als er zum ersten Mal mit dem Gedanken spielte, es zu tun. Wahrscheinlich lag er mit seinen Freunden auf dem akkurat geschnittenen Rasen, und man sprach darüber, machte lapidare Sprüche. Auf die meisten seiner Altersgenossen schien der Gedanke keine Anziehungskraft auszuüben, doch er war umgehend fasziniert von der Vorstellung. … Weiterlesen Im Freibad.

Vielleicht beim Frühstück.

Sie liebt es, wenn er seine Hände über ihren Hals gleiten lässt, dann über ihre Brüste, wobei seine Daumen ihre Brustwarzen umspielen, dann über ihren Bauch zu ihren Hüften, dann zum Schoss. Er gebärdet sich dabei selten zu sanft und niemals zu grob, er vermag sie auch nach all den Jahren noch in einer Weise … Weiterlesen Vielleicht beim Frühstück.

Ichs.

Bisweilen entfernt man sich von einer Version des eigenen Ichs so weit, dass man sich in den Erinnerungen kaum mehr zu erkennen vermag, und womöglich kehrt man in Gedanken zurück ins Kinderzimmer, sieht sich um und sucht nach vertrauten Bildern, doch alles bleibt vage und verschwommen, da sind keine greifbaren Formen, da ist keine Klarheit, … Weiterlesen Ichs.

Frau Gustafsson.

Eigentlich hat Ivan gar keine Zeit. Er hat noch Termine in sieben weiteren Häusern im Quartier, um dort die Elektroinstallationen zu prüfen, und sein Chef mag es nicht, wenn er länger als nötig bei Kunden bleibt. Doch Frau Gustafsson beharrt darauf, ihm einen Kaffee zu machen, also setzt er sich auf den alten Polstersessel im … Weiterlesen Frau Gustafsson.

Im Fluss.

Das Wasser umspielt einen großen kantigen Stein am Ufer, wechselt rasch die Richtung und verleiht der Wasseroberfläche eine ungewöhnliche Form, eine neue Struktur. Sie steht einige Meter davon entfernt und blickt auf das fließende Gewässer, das längst kein Bach mehr ist, aber auch noch nicht als Fluss bezeichnet werden könnte. Sie ist immer wieder erstaunt, … Weiterlesen Im Fluss.

Viersamkeit.

Man kennt sich seit Jahren, da ist jene Vertrautheit, die vieles selbstverständlich macht. Mara heißt eigentlich Maria, aber außer ihrer Mutter nennt sie niemand bei diesem Namen; alle haben akzeptiert, dass sie sich als Mara begreift, vor allem Felix, ihr langjähriger Freund und Vertrauter. Felix hat eine große krumme Nase, ist davon abgesehen aber ein … Weiterlesen Viersamkeit.

Ambulante Lesung 02

Bereits zum zweiten Mal kam in Speicher in der Ostschweiz eine Ambulante Lesung zur Aufführung. Die Ambulante Lesung ist ein Gegenentwurf zur klassischen Wasserglaslesung. Das Lesen und Zuhören erobert das Freie, die Umwelt wird zur lebendigen Kulisse, oftmals sogar zum prägenden Element des Gelesenen. Das Publikum ist in Bewegung, taucht in die Geschichte ein, wird zum … Weiterlesen Ambulante Lesung 02