Ein Fußabdruck.

Sie machen die Straße neu, wieder einmal, neue Wege braucht das Land, alles will erschlossen sein, alles will erobert werden. Die Bauarbeiter hocken auf ihren Baumaschinen oder klammern sich an ein Werkzeug, und sie schauen grimmig, sie alle. Einer wischt sich mit dem Unterarm den Schweiß von der Stirn, ein anderer raucht eine Zigarette. Eine … Weiterlesen Ein Fußabdruck.

Der Teufel.

Sie vermag nicht einzuschätzen, wann es begann. Es dauert schon lange an, glaubt sie, doch die Zeit hat ihre Kalkulierbarkeit verloren; Stunden sind kaum von Tagen zu trennen, die Wochen sind Treibgut in einem trägen Fluss. In meiner Brust ballt der Teufel eine Faust. So lautet ihre Antwort, wenn jemand fragt, was los sei. Kaum … Weiterlesen Der Teufel.

Eigentlich ein Ei.

Am Anfang war das Huhn, und am Anfang war das Huhn ein Ei, doch eigentlich spielt es keine Rolle, es ist nicht von Belang, ein Ei ist eigentlich einerlei, und wenn man ein Poulet mit einer Mischung aus Salz und Eiweiss bedeckt, damit im auf 220 Grad vorgeheizten Ofen während 60 Minuten schliesslich eine schöne … Weiterlesen Eigentlich ein Ei.

Minus 7: Tag 7

(Ein E-Mail-Dialog zwischen Hanna und Simo. Der E-Mail-Dialog findet statt, als er und sie eine Zeit lang räumlich getrennt sind. Simo ist in Finnland, um sich vom Ferienhaus der Eltern zu verabschieden. Seine Freundin Hanna bleibt in der Schweiz. Er ist sieben Tage dort. In diesen sieben Tagen schreiben sie sich E-Mails.) Simo schrieb am … Weiterlesen Minus 7: Tag 7

Minus 7: Tag 6

(Ein E-Mail-Dialog zwischen Hanna und Simo. Der E-Mail-Dialog findet statt, als er und sie eine Zeit lang räumlich getrennt sind. Simo ist in Finnland, um sich vom Ferienhaus der Eltern zu verabschieden. Seine Freundin Hanna bleibt in der Schweiz. Er ist sieben Tage dort. In diesen sieben Tagen schreiben sie sich E-Mails.) Simo schrieb am … Weiterlesen Minus 7: Tag 6

Minus 7: Tag 5

(Ein E-Mail-Dialog zwischen Hanna und Simo. Der E-Mail-Dialog findet statt, als er und sie eine Zeit lang räumlich getrennt sind. Simo ist in Finnland, um sich vom Ferienhaus der Eltern zu verabschieden. Seine Freundin Hanna bleibt in der Schweiz. Er ist sieben Tage dort. In diesen sieben Tagen schreiben sie sich E-Mails.) Simo schrieb am … Weiterlesen Minus 7: Tag 5

Minus 7: Tag 4

(Ein E-Mail-Dialog zwischen Hanna und Simo. Der E-Mail-Dialog findet statt, als er und sie eine Zeit lang räumlich getrennt sind. Simo ist in Finnland, um sich vom Ferienhaus der Eltern zu verabschieden. Seine Freundin Hanna bleibt in der Schweiz. Er ist sieben Tage dort. In diesen sieben Tagen schreiben sie sich E-Mails.) Simo schrieb am … Weiterlesen Minus 7: Tag 4

Minus 7: Tag 3

(Ein E-Mail-Dialog zwischen Hanna und Simo. Der E-Mail-Dialog findet statt, als er und sie eine Zeit lang räumlich getrennt sind. Simo ist in Finnland, um sich vom Ferienhaus der Eltern zu verabschieden. Seine Freundin Hanna bleibt in der Schweiz. Er ist sieben Tage dort. In diesen sieben Tagen schreiben sie sich E-Mails.) Simo schrieb am … Weiterlesen Minus 7: Tag 3

Minus 7: Tag 2

(Ein E-Mail-Dialog zwischen Hanna und Simo. Der E-Mail-Dialog findet statt, als er und sie eine Zeit lang räumlich getrennt sind. Simo ist in Finnland, um sich vom Ferienhaus der Eltern zu verabschieden. Seine Freundin Hanna bleibt in der Schweiz. Er ist sieben Tage dort. In diesen sieben Tagen schreiben sie sich E-Mails.) Simo schrieb am … Weiterlesen Minus 7: Tag 2

Minus 7: Tag 1

(Ein E-Mail-Dialog zwischen Hanna und Simo. Der E-Mail-Dialog findet statt, als er und sie eine Zeit lang räumlich getrennt sind. Simo ist in Finnland, um sich vom Ferienhaus der Eltern zu verabschieden. Seine Freundin Hanna bleibt in der Schweiz. Er ist sieben Tage dort. In diesen sieben Tagen schreiben sie sich E-Mails.) Simo schrieb am … Weiterlesen Minus 7: Tag 1

Nach dem Froschregen.

In der Nacht träumte sie, dass es Frösche regnete. Große, plumpe Körper, zu Tausenden und Abertausenden, eine Plage biblischen Ausmaßes. Beim ersten Frosch, der auf ein nahes Blechdach prallte, erschrak sie heftig. Der Regen wurde rasch stärker, und in den ersten Minuten war sie verblüfft darüber, dass es Frösche waren, die vom Himmel fielen. Doch … Weiterlesen Nach dem Froschregen.

Leserbrief an den Stadtanzeiger.

Normalerweise schreibe ich keine Leserbriefe. In meinen Augen sind Leserbriefe oftmals nichts anderes als ein Aufplustern. Irgendein Gockel krächzt gar klagend, welches Unrecht ihm oder seinesgleichen widerfahren ist oder welche Entbehrung er zu erleiden hatte, stellt seine Federn auf, obwohl er weiß, dass sich nichts ändern wird. Das widerstrebt mir, ich finde es befremdlich. Und … Weiterlesen Leserbrief an den Stadtanzeiger.

Eefje.

Sie trafen sich in einem Pub in London. Er weiß nicht mehr, wie es hieß, doch er redet sich ein, dass man das Pub Destiny nannte, Schicksal. Er redet sich vieles ein. Manchmal schnüffelt er an seinem Unterarm und will sich davon überzeugen, dass er dabei winzig kleine Partikel von ihr einatmet, die dem Wind … Weiterlesen Eefje.

Anfängerin.

Da steht ein Bagger am Rande eine Baustelle in der Nähe ihrer Wohnung, und manchmal, am frühen Morgen, wenn das ganze Quartier noch schläft, setzt sich Elisabeth auf den gepolsterten Sessel des Baggers. Während der Tag allmählich erwacht und das Licht immer kräftiger wird, zieht sie an den Hebeln vor ihr und tut so, als … Weiterlesen Anfängerin.

Persona non grata.

Es kann sein, dass man nach einem Telefongespräch mit einem Menschen, den man schätzt oder mag oder liebt, den Hörer auflegt und die besagte Person bald darauf vom Tod erwischt wird, man selbst davon aber nichts erfährt, weil man nicht zum engsten Kreis und darum nicht zu jenen zählt, die direkt und persönlich informiert werden, … Weiterlesen Persona non grata.

Auf Grund.

Er hat einen ziemlich ungewohnten Nachnamen, doch sie bemüht sich gar nicht erst, sich die komplizierte Schreibweise einzuprägen. In absehbarer Zeit wird er nicht mehr dort liegen, wo er jetzt liegt, neben ihr im Bett. Sie wundert sich, dass sie manchmal neben ihm – oder neben anderen – einschläft, ganz nahe am anderen Körper, vielleicht … Weiterlesen Auf Grund.

Gehen und bleiben.

Da ist ein Totenkopf, auf einem Bild an einer Wand, da ist dieses knöcherne Etwas, das früher zu einem Menschen gehörte, zu einem Leben, zu tausend Gedanken und tausend Erinnerungen, und man fragt sich, was bleibt, wenn ein Mensch geht. Man fragt sich, wie viel von einem Menschen stirbt und ob etwas weiterlebt und wie … Weiterlesen Gehen und bleiben.

Unter dem Schnee.

Es hatte immer wieder geschneit in diesem Winter, die Tage waren häufig grau und bitterkalt. Der Schnee lag wochenlang auf den Feldern und Wiesen. An manchen Tagen schmolzen einige Zentimeter weg, dann wieder fiel neuer Schnee und ließ die Schicht wieder anwachsen. Was unter der Schneedecke lag, blieb verborgen. Und es war kaum vorstellbar, dass … Weiterlesen Unter dem Schnee.

Möbel.

Er weiß, dass man die Schrauben nicht allzu fest und heftig ins Holz drehen sollte, denn dann würden die Lackierung und wohl auch das Verbundmaterial beschädigt werden. Damit muss man rechnen, wenn man billige Möbel kauft, findet er, man kann zu diesem günstigen Preis keine erstklassige Qualität erwarten. Doch wenn man das Möbel vorsichtig und … Weiterlesen Möbel.