Markus und Maria und Manfred und Max.

Markus ist ein Arschficker, ein Rosettenprinz, ein Analschakal, ein Schwanzlutscher. Maria ist eine Leckschwester, eine Lippenstiftlesbe, eine Fotzenleckerin, eine Büchsenmasseuse. Findet jedenfalls Manfred, und Manfred ist ein richtiger Mann. Einer mit Eiern, die er fleißig kratzt, einer, der im Stehen pinkelt, aber nicht vom Pinkeln, sondern vom Pissen redet oder davon, ein Bier in die … Weiterlesen Markus und Maria und Manfred und Max.

Objektiv betrachtet.

Männer haben nur Brüste im Kopf. Ein Vorurteil, das selbstverständlich nicht stimmt. Männer haben, wenn es um eine Frau geht, auch deren Beine im Kopf, ihren Po, ihre Hüften. In jedem Fall aber kreisen die Gedanken von Männern lediglich um einzelne Fragmente der Frau. Das klingt natürlich sexistisch, ist aber vor allem natürlich. Wissenschaftler haben … Weiterlesen Objektiv betrachtet.

Dinosaurier.

Stegosaurus, Pterodactylus, Diplodocus, Spinosaurus, Triceratops, Tyrannosaurus Rex, Ceratosaurus – sie kannte sie alle, natürlich auch den Brachiosaurus, den mochte sie am liebsten, damals als Kind. Zwar hörte sie oft, dass Dinosaurier etwas für Jungs wären, während sie sich als Mädchen doch besser für Ponys und Pferde interessieren solle, doch Ponys und Pferde waren ihr vollkommen … Weiterlesen Dinosaurier.

Ein Fötus im Aufzug ohne Zeit und Gewicht.

Ein seltsames Knirschen, ein Knacken, dann der ruckartige Stopp, das kurzzeitige Flackern der Neonbeleuchtung. Und schließlich Stille. Der Aufzug steckt zwischen den Stockwerken, im architektonischen Niemandsland. Ein Kasten aus Kunststoff und Metall, verharrend zwischen den einzelnen Fragmenten der Zeit, einer Zeit, die ausgesperrt bleibt, wie alles andere. Er überlegt kurz, ob er sich unwohl fühlt, … Weiterlesen Ein Fötus im Aufzug ohne Zeit und Gewicht.

Tanzen und spielen.

Der kleine Bär auf dem Bett riecht nach den erstarrten Stunden ihrer Kindheit. Die guten Zeiten sind alt geworden. Sie zündet eine Zigarette an, lässt den Rauch entweichen. Alles entweicht. Zurück bleibt der muffige Geruch, der sich in den Fragmenten der Welt festsetzt. Sie wollte Balletttänzerin werden. Sie hat es nicht geschafft. Du darfst nicht … Weiterlesen Tanzen und spielen.

Ein Mensch wie du und ich.

Dies ist die Geschichte eines Menschen wie du und ich. Ian wuchs in Wales auf, absolvierte die High School, studierte Grafikdesign und wurde bei seinem erfolgreichen Abschluss für seine ausgezeichneten Leistungen geehrt. Er liebte Rockmusik, und nachdem er bereits in verschiedenen Formationen aktiv gewesen war, gründete er 1997 mit einigen Freunden eine neue Band. Von … Weiterlesen Ein Mensch wie du und ich.

Dreharbeiten.

Es gibt kein Drehbuch, keine vorgefertigte Geschichte, keinen Produktionsplan. Auf Mitwirkende hat man nur eingeschränkten Einfluss, ebenso auf deren Verhalten und auf den Verlauf einzelner Episoden. Man kann zwar Ideen einbringen, sich engagieren und gewisse Modifikationen initiieren, doch wirklich steuern lässt sich der Handlungsablauf nicht. Bild reiht sich an Bild, was eben noch eine Komödie … Weiterlesen Dreharbeiten.

Fünf Minuten vor Ladenschluss.

Die adrett gekleideten Staatsmänner, sie schütteln sich die frisch gewaschenen Hände und gratulieren sich gegenseitig zum Erreichen einer Übereinkunft, die den schönen Schein wahrt. Der erschöpfte Langstreckenläufer weint Tränen des Glücks, während ein konserviertes Sinfonieorchester seine Rührung mit einer pathetischen Hymne untermalt, um seinen Sieg zu zelebrieren. Ein Gameshow-Kandidat ballt die Faust und reckt sie … Weiterlesen Fünf Minuten vor Ladenschluss.

Gelb.

Vielleicht ging es gar nie um die Strumpfhosen. Er meinte, die Farbe sei schrecklich und ihre Beine seien dick und krumm, er könne die gelben Dinger nicht mehr ertragen, sie seien eine Beleidigung für sein Auge. Er sprach mit einer süffisanten Selbstgefälligkeit in der Stimme, schleuderte ihr weitere unschöne Worte entgegen, und sie, sie schleuderte … Weiterlesen Gelb.

Gedachte Teile.

Oft fragt man sich, was eigentlich los ist, was eigentlich geschieht, und eigentlich ist die Antwort ziemlich egal, es geht nicht um die Antwort, es geht um die Frage, die man sich stellt, denn solange man noch fragt, beweist man Interesse, ist noch am Leben oder zumindest nah dran. Man könnte sich seinen Teil denken, … Weiterlesen Gedachte Teile.

Unstern.

Träge zerrinnen die Tage, der Schleim der Vergangenheit liegt über den Dingen, ein belangloses Dasein im fahlen Licht eines Unsterns. Es geht längst nicht mehr um halbvolle oder halbleere Gläser, sie sind alle ausgetrunken und liegen in Scherben, und all die Scherben der Welt, sie bringen kein Glück, sie schneiden nur in die Haut, reißen … Weiterlesen Unstern.

Rotkehlchenküken.

Manchmal vergisst er tatsächlich, wie gut er ist. Gut, natürlich ist er nicht immer gut, aber wenn er gut ist, dann so richtig. Dann rettet er all die armen Robbenbabys und gestrandeten Finnwale, und wenn ein Rotkehlchenküken aus dem Nest fällt, dann päppelt er es auf, richtet eine hübsche Kartonschachtel ein und füttert es und … Weiterlesen Rotkehlchenküken.

Im Kerker.

Alle reden von Freiheit, doch sie weiß nicht, was Freiheit bedeutet. Selbst die weitesten Felder sind ihr ein Gefängnis, jeder Raum ist ein Kerker, auch die größten Fenster tragen Gitter vor dem Glas. Sie will ihre Fesseln sprengen, doch die Handgelenke sind so kahl wie am ersten Tag, da sind keine Ketten, keine Seile. Der … Weiterlesen Im Kerker.

Raketenrucksack.

Es war 1984, im Fernsehen lief eine Zusammenfassung der Eröffnungszeremonie der Olympischen Sommerspiele in Los Angeles. Irgendwann schwebte ein Mann ins Stadion. Die Stimme im Fernseher nannte das Ding auf seinem Rücken wahrscheinlich Jetpack. Für mich war es ein Raketenrucksack. Dieser Raketenrucksack war die Zukunft. Meine Zukunft. Ich war überzeugt, dass sich bald alle Menschen … Weiterlesen Raketenrucksack.

Unterwassertränen.

Da ist ein Knoten in der Zunge, wenn sie von Angst und Liebe spricht, aber sie versteht nicht, warum andere verstehen sollten, was sie selbst nicht versteht. Ihre Knochen sind Schwemmholz, ihre Haare wachsen algengleich in die Tiefe. Sie weint nur unter Wasser, das ist Vorsicht, das ist Rücksicht, das ist Absicht. Sie schwimmt nicht … Weiterlesen Unterwassertränen.