Wo es beginnt.

Wo beginnt es? Wohl kaum mit der Atombombe. Wenn lächerliche und gefährliche Menschen mit dieser hantieren und argumentieren, liegt darin kein Anfang. In zerstörten Häusern und Massengräbern findet sich keine Wurzel, in blutverschmierten Kleidern und geschundenen Körpern wohnt kein Ursprung. Diese Dinge, die Dinge dieser Welt, sie sind zwar Anzeichen dafür, wo es hinführt. Doch … Weiterlesen Wo es beginnt.

Die Geister der Erschöpfung.

Der Spaziergang ist längst keiner mehr, ist zum Orientierungslauf geworden, was grundsätzlich kein Problem wäre, doch da ist keine Route eingezeichnet, und ein Ziel ist zwar festgelegt, seine Lage aber ebenso unbekannt wie die Entfernung bis zu jenem ominösen Punkt. Man läuft trotzdem. Im Kreis, in falsche Richtungen, in die Irre und dabei sich selbst … Weiterlesen Die Geister der Erschöpfung.

Liegen lassen.

Sie ist in der Luft und in uns drin, sie hält uns am Leben und das Leben in uns, sie ist überall und an unmöglichen Orten, sie ist alles und wir wären nichts ohne sie, doch wir, wir schicken sie durch die Hölle, in den Krieg, in endlose Schlachten, wir treten ihr in den Unterleib, … Weiterlesen Liegen lassen.

Ein dummer Satz über einen klugen Menschen.

Er ist klug genug, um sich selbst nicht als besonders intelligent zu bezeichnen, und andere sparen nicht mit wenig schmeichelhaften Urteilen, die sie ausserhalb seiner Hörweite und Gegenwart fällen, doch das kümmert ihn nicht, er macht sich nicht viele Gedanken darüber, wie viele Gedanken er sich macht und wie gelenk sie sich in seinem Kopf … Weiterlesen Ein dummer Satz über einen klugen Menschen.

All die alten Jahre.

Das alte Jahr, es stirbt, sobald das neue in die Gegenwart tritt, es wird zur Vergangenheit, von der man sich unweigerlich entfernt, und was einst das Leben des Moments war, verflüchtigt sich in diffuse Erinnerungen. All die alten Jahre, sie ruhen auf dem Friedhof der Zeit, Stein steht neben Stein und wir stehen da, die … Weiterlesen All die alten Jahre.

Vielleicht sogar ein Baumhaus.

Die funkelnden Tautropfen im Licht der Morgensonne. Raschelndes Laub unter den Füssen. Und Lieblingslieder, die sich wie ein wärmender Mantel um unsere Schultern legen. Die tanzenden Schneeflocken im Schein des Mondes. Duftender Asphalt nach dem Regen. Und Lieblingsmäntel, die von den Dingen der Vergangenheit erzählen. Die Welt gehört uns. Doch allzu oft wissen wir nicht … Weiterlesen Vielleicht sogar ein Baumhaus.

Schattierungen von Schwarz.

Die Kohlen liegen als Haufen in der Ecke, Staub schwebt schweigsam durch die Luft, wärmt sich in den Strahlen einer zaghaften Sonne, jedes Geräusch hat sich der Stille ergeben, nur ein Wasserhahn tröpfelt leise Klänge in den Raum. Der Mann wischt sich seine Finger am Hemd ab und zeichnet schwarze Spuren auf den weissen Stoff, … Weiterlesen Schattierungen von Schwarz.

Eingekleidet.

Wir kommen nackt zur Welt und verlassen sie im Anzug, und dazwischen werden wir eingekleidet, erst von elterlichen Händen, dann von der Vorstellung, wie wir auszusehen haben, was wir wo und wann und wie zu tragen haben, und wir kleiden und verkleiden uns, vielleicht zur Tarnung, vielleicht zum Schutz, wovor auch immer, und wir bedecken … Weiterlesen Eingekleidet.

In die nächste Schlacht.

Die Tage zerfallen im Sturm der Zeit und werden zu Ruinen nach dem Krieg, den wir Leben nennen, und was bleibt, ist nicht das, was einst gewesen ist, sondern das, was wir davon noch sehen können; unvollständige Umrisse, zersplitterte Strukturen und Details, die jedem Zusammenhang entrissen wurden; leere Hüllen, aus denen alles Leben entwichen ist. … Weiterlesen In die nächste Schlacht.

Ein gutes Stück.

Ich bin ein gutes Stück von mir selbst entfernt und betrachte mich aus der Distanz, ich urteile und verurteile, und irgendwie mag ich mir nicht näher kommen und irgendwie mag ich mich nicht, denn wäre ich ganz bei mir, wäre ich wohl ausser mir, wäre ernüchtert, enttäuscht, doch aus der Ferne verlieren Konturen ihre Härte, … Weiterlesen Ein gutes Stück.

Verharren.

Manchmal zeigt sich die Essenz des Seins nicht im Hinzufügen, sondern im Weglassen, nicht im Schweifenlassen des Blicks, sondern in der Fokussierung, nicht im stetigen Entdecken von Neuem, sondern im Entdecken von Neuem im Bekannten, nicht im Vorwärtseilen, sondern im Verharren, nicht in den Punkten auf der Karte, die man noch erreichen könnte, sondern in … Weiterlesen Verharren.

Zwischen den Orten.

Zwischen den Orten, unter der Oberfläche und hinter Zeichen, die man nicht versteht; das Taumeln, die Trunkenheit von undefinierbaren Tagen. Man schiesst mit Kanonen auf Spaziergänger, imaginäre Gestalten der eigenen Vergangenheit; man brennt die Brücken nieder, bevor man sie überquert, um der Unmöglichkeit einer Umkehr aus dem Weg zu gehen. Man läuft und lässt laufen, … Weiterlesen Zwischen den Orten.

Ein Schaf namens Charles.

Ein Schaf. Vielleicht heisst es Charles, vielleicht auch nicht. Jedenfalls stellt sich Charles am frühen Morgen auf die Wiese. Die Sonne ist gerade erst aufgestanden und reibt sich die Augen. Schnell bemerkt Charles eine dunkle Wolke am Himmel, weit entfernt am Horizont. Sie ist beinahe schwarz, und ja, wenn man genau hinschaut, dann erkennt man … Weiterlesen Ein Schaf namens Charles.