Anna und Himbeereis.

Es gibt keine Perfektion beim Menschen, doch sie konnte sich nicht vorstellen, dass jemand dieser Vollkommenheit näher hätte kommen können als er. Ben. Eigentlich Benjamin, aber Ben passte besser. Er war liebenswert, klug, humorvoll, attraktiv, treu, achtsam, charmant, zärtlich, gefühlvoll, er war all die Adjektive, die Anna genannt hätte, falls sie nach den Attributen ihres … Weiterlesen Anna und Himbeereis.

Carnivora.

Wir halten uns wortlos, unsere Körper haften aneinander, und man könnte meinen, sie wären magnetisch, doch sie sind es nicht, da ist kein Metall, wir sind nackt, die Poren sind offen, feine Schweißtropfen verdunsten im dunklen Raum, und man könnte meinen, wir stünden unter Stress, doch das tun wir nicht, wir sind angespannt und entspannt … Weiterlesen Carnivora.

Gegenüber.

Sie sitzen sich gegenüber, und sie sind nackt. Zwischen ihren Brüsten liegt ein Schatten, ein dunkles Tal, das über ihren Bauch zu ihrem Schoss führt. Seine Hände gleiten über ihren Körper, vorsichtig und leicht zitternd, als wäre die Haut aus dünnem Papier. Sie sind nackt. Jedoch wären sie es auch, wenn sie bekleidet wären. Sie … Weiterlesen Gegenüber.

Kleine Kreise.

Die Kreise werden kleiner. Sie waren groß, einst, so groß, dass man sich darin verlor. Eine riesige Fläche. Stand man am Rand, konnte man die gegenüberliegende Seite nicht sehen. Nur die riesige Fläche. Und sich selbst, wie man in den Weiten versickerte. Man trat hinaus aus dem Kreis. Man trat wieder hinein. Der Kreis war … Weiterlesen Kleine Kreise.

Wir fallen in Sehnsucht.

Die Welt ist kompliziert, jede Welt ist kompliziert, jeder Tag und jeder Mensch, jede Emotion und jeder Blick, so scheinbar offensichtlich und doch so ungemein komplex, und manchmal verrechnen wir uns, verstricken und verrennen uns, straucheln und fallen in unserer Sehnsucht nach einem Verstehen, nach Kenntnis und Erkenntnis, scheitern in den Versuchen, das Unbegreifliche begreiflich … Weiterlesen Wir fallen in Sehnsucht.

Die Umarmung im Innern.

Sie sind zu klein, sind zu leicht, und wenn die Winde wehen, treiben sie weg, treiben weg vom Gewohnten und hinein ins Ungewisse, und wenn nichts von Dauer und Beständigkeit ist, gibt es keine Absolutheit, sogar das Bekannte bleibt obskur, bleibt labil, die Wirklichkeit ist flüssig, ein Strom, der sich durch das Leben windet, stetig … Weiterlesen Die Umarmung im Innern.

Irrende Ameisen

Je mehr man sich von uns entfernt, desto lächerlicher wird unser Treiben, unsere Bedeutung schwindet mit wachsender Distanz. Wir werden von Körpern und Köpfen zu irrenden Ameisen, zu einzelnen Punkten, dann zu einem kollektiven Schimmer und schließlich zu einem Klumpen. Je näher wir uns kommen, desto lächerlicher wird das Treiben der Welt, unsere Bedeutung wächst … Weiterlesen Irrende Ameisen

In der trägen Wärme.

Dein leiser Atem strukturiert die nächtliche Dunkelheit. Du liegst still in der trägen Wärme der reglosen Luft. Wir sind da, seltsam geborgen im Hier und Jetzt, während draussen vor den Fenstern die Welt sich im Kreis dreht. Ich berühre deine Haut, die sich warm über deinen Körper spannt. Ich zeichne Linien, die keiner Richtung bedürfen, … Weiterlesen In der trägen Wärme.