Da sein.

6 Gedanken zu “Da sein.”

  1. Ein überaus interessanter und durchgeformter Text!

    Den Satz, daß die Person im vorliegenden Text sich nicht selbst finden, sonder sich verlieren wolle, finde ich allerdings eher schief, denn nach meinem Verständnis müßte sie erst einmal ein eigentliches Selbst aufweisen, ehe sie es verlieren könnte; da aber ihre gesamte Existenz anscheinend nur aus einem Für-andere-dasein besteht, ist nicht freiweg ersichtlich, in welchem Sinne überhaupt ein eigenständiges Selbst sich in ihrem Falle gebildet haben sollte, da offenbar alle Selbstdefinitionen dieser Person letztlich von anderen abhängen, wie es sich in eben jenem Für-andere-dasein ausdrückt.

    Tatsächlich, denke ich, wäre es also zunächst einmal an der Person im vorliegenden Text – ganz im Gegenteil zum als schief beschriebenen obigen Satz –, sich erst einmal selbst zu finden! Denn wie sonst sollte sie in der Lage sein, eine Selbstdefinition zu finden, die nicht nur von anderen abhängig wäre? Wie sollte dies ohne E i g e n s i n n überhaupt irgendwem möglich sein?

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    1. Kann denn das Da-Sein für andere nicht auch eine Art der Selbstdefinition sein, als singulärer Daseinszweck? Das Sich-Verlieren wäre demnach die Flucht aus diesem Da-Sein, diesem Selbst. Aber es ist spannend, wie es aus deiner Perspektive eher schief wirkt, denn sie ist spannend, deine Perspektive… Vielen Dank dir fürs Lesen und für deine Worte.

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      1. Ich wäre mir da, wie gesagt, nicht so sicher, denn schließlich wäre eine Selbstdefinition ausschließlich über das Für-andere-dasein gewissermaßen eine gänzlich selbstlose, denke ich, wie also könnte sie dann ohne irgendein Für-sich-sein zu beinhalten irgend etwas über das eigenen Selbst aussagen? Letztlich sagte sie lediglich aus, daß diejenige Person, die sich selbst so definieren wollte, eben sich selbst gar nicht definieren könnte (bzw. wollte), weil ein Dasein für sich in ihr gar nicht vorhanden oder überhaupt auch nur angelegt wäre, weder begrifflich noch praktisch: alles was sie täte, und jede Begründung für das, was sie täte, würde diese Person nur mit Verweisen auf andere beantworten können, niemals jedoch mit einem Verweis auf sich selbst oder e i g e n s t ä n d i g e Motive, scheint mir.

        So etwas erschiene mir, wenn dieser Begriff in diesem Falle den trotzdem angewendet werden sollte, allenfalls als eine Art paradoxe Selbstdefinition über den Weg der Selbstverneinung: i c h zähle nichts, der a n d e r e hingegen ist alles, was zählt.

        Oder siehst Du das anders?

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