Grob und fies.

10 Gedanken zu “Grob und fies.”

  1. Grob und fies ist eine üble Kombination und nimmt es überhand, nimmt das Menschliche immer mehr ab und die Welt verroht .
    Die Gründe für das Grobe und Fiese interessieren irgendwann nicht mehr, wir sehen nur noch das Ergebnis. Und das Ergebnis macht uns Sorge…

    Ein einziges Kind aus diesem Sumpf herauszuholen, ist schon wundervoll, aber es gibt so viele, die es in sich tragen und sie sind schon lange keine Kinder mehr…

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  2. Ich hatte vor Jahren mit einem Jungen zu tun, der mich zum Kotzen nervte, als er stundenlang einen Ball gegen eine scheppernde Metalltür trat, während ich daneben in Ruhe arbeiten wollte. Der quälte auch oft kleinere Kinder und ich konnte ihn eigentlich nicht besonders gut leiden. Also brüllte ich ihn an. Er guckte mich an wie’s Schwalberl wenns blitzt – ich fragte ihn, ob er denn wirklich nichts Besseres tun könne, als die Tür zu hassen und mich zu nerven – er grinste über alle vier Backen und tauchte ab diesem Zeitpunkt jeden Tag bei mir auf: ich hatte ihm eine Grenze gesetzt, das tat offenbar sonst kein Erwachsener.

    Der Hintergrund: Sohn von geflüchteten Kosovo-Albanern mit wackeliger Duldung, Vater psychotisch und gewalttätig, Mutter ging Teilzeit auf den Strich und soff, die Wohnung hatte 1 Zimmer, weswegen sich der Junge gern in der Toilette einschloß. Er hatte mit 10 (oder mit 12, Altersangaben waren variabel) eine Schullaufbahn von eineinhalb Jahren – er war aus der Schule genommen worden, als sein Vater mal wieder extrem krank war und es hatte niemanden interessiert. Der konnte alle Pokemons in Ton und Bild nachmachen, bezog überhaupt sein gesamtes Wissen aus dem Fernseher und war eigentlich blitzgescheit, konnte aber kaum lesen und schreiben. Das brachte ich ihm bei und setzte gegen den Widerstand der Eltern und der Schulbehörden seine Wieder-Einschulung durch. Dort scheiterte er zunächst grandios, weil man ihn in die 4. Klasse steckte, wo er überhaupt nicht mitkam, aggressiv gegen seine Mitschüler war, den Unterricht störte und so oft aus der Klasse flog, daß er schließlich nur noch in einer Art zentraler Beaufsichtigung ohne jeden Unterricht landete. Seine Mutter befahl ihm, mich darüber zu belügen.

    Als er endlich in die 2. Klasse zurückgestuft wurde, war auf einmal alles gut. Er gewann Freunde und wurde richtig gut in der Schule, er übersprang eine Klasse, hat inzwischen eine sehr gute mittlere Reife hingelegt, geht aufs Gymnasium und will unbedingt Tiefseeforscher werden.

    Will sagen: kaum ein Kind verhält sich übel ohne üblen Grund. Extrem-Reibung ist nicht selten eine Reaktion auf die Forderung nach Reibungslosigkeit, auf nichtgesetzte Grenzen und auf Desinteresse.

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    1. Danke für deine Geschichte und fürs Teilen derselben! (Tiefseeforscher, ja!)
      Ja, ein Kind, das sich übel verhält, tut dies kaum ohne Grund, und nicht selten ist dieser Grund im Elternhaus oder in anderen Einflüssen zu finden. Auf der anderen Seite ist aber nicht jeder Rüpel nur deshalb ein Rüpel, weil die Eltern und deren (fehlende) Erziehung ihn dazu gemacht haben…
      Desinteresse zählt wohl zu den einschneidenderen Dingen, die man einem Kind antun kann, grad auch wegen der Orientierung, die dann fehlt…
      Schön, dass du dem zukünftigen Tiefseeforscher eine Orientierungshilfe bieten konntest!
      Vielen Dank nochmals für deine Worte und herzliche Grüsse…

      Gefällt 2 Personen

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