Olaf und die egoistischen Feiglinge.

20 Gedanken zu “Olaf und die egoistischen Feiglinge.”

  1. Suizid ist meiner Meinung nach kein Fehler, sondern eine absolute Entscheidung, die man niemals wieder rückgängig machen kann.
    Und wer sagt, dass das egoistisch und feige ist… mir fällt da leider nur der Spruch „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten (und sich das erklären lassen)“ ein. Dennoch … ich weiß nicht, ob ich sagen kann, dass ich stolz bin/sie bewundere/was auch immer, empfinde ich etwas sehr Achtungs- und positiv Verständnisvolles für jeden, der sich gegen den Tod entschieden hat.
    liebe Grüße 🙂

    Gefällt mir

    1. Vielen Dank fürs Lesen und für deine Worte… Und ja, achtungwert und schön ist es auf jeden Fall, wenn sich jemand gegen den Tod und für das Leben entscheidet… Nochmals Danke und liebe Grüsse zurück…

      Gefällt mir

  2. eine außerordentlich gute Einleitung, wie ich finde, lieber Disputnik, so viele gewissermaßen „berühmte“ Freitode u. ob reale Personen oder hoch sensibles Literaturgut – beides zeigt dieses Ende, zu dem es immer viele Gründe gibt.
    Nicht alle verstehen wir, aber wie könnten wir auch, versteht sie der, der den Suizid „wählt“, ja oft selbst nicht. Er ertrinkt in einem Meer von Ausweglosigkeit und nur ein einziger Weg zeigt sich ihm. Alle anderen sind in diesen Momenten für ihn nicht existent, einfach nicht vorhanden.
    Weinen und klagen müssen wir, denn anders können wir unsere unendliche Trauer darüber nicht zeigen und zeigen müssen wir sie, weil sie uns sonst von innen selbst zerfrisst..

    Ein Egoist wird sich nicht umbringen, er lädt seine Last auf den Schultern anderer ab. ER kann es. Dieser hier nicht.
    Hier handelt es sich wohl tatsächlich viel eher um eine krasse Ehrlichkeit zur eigenen Person, die mit sich selbst nicht mehr klarkommt und hilflos im Leeren treibt, bis er dann einen Entschluß fasst…

    Gefällt mir

    1. Vielen herzlichen Dank, liebe Bruni! Ja, das Verstehen fällt schwer in solchen Situation, für den Ausweglosen wie für jene in seiner Nähe. Und das Meer, ja, ein passendes Sinnbild, man droht darin zu ertrinken, man treibt im Leeren, findet nicht zum rettenden Ufer…
      Ja, der Egoist ist wohl eher in der Lage, die Last auf den Schultern anderer abzuladen. Das zu können, wäre aber gerade für Nicht-Egoisten wichtig und wertvoll…
      Nochmals lieben Dank dir und ein schönes Wochenende…

      Gefällt mir

  3. Uuuuhhh kannst du bitte Romeo und Julia aus dieser Aufzählung entfernen? Ich weiß nicht, ob ich sie als Feiglinge bezeichnen würde, aber egoistisch und kurzsichtig definitiv, und wer glaubt, dass Shakespeare sie als positive Helden geschrieben hat, hat das Drama offensichtlich nicht verstanden. Ich möchte davon abgesehen auch bezweifeln, ob du den realen Personen gerecht wirst, wenn du sie mit fiktiven in einen Topf wirfst.

    Schade, denn der dieser etwas ungeschickten Einleitung folgende Text über Olaf ist sehr eindringlich.

    Gefällt mir

    1. Nein, ich glaube auch nicht, dass ich den realen Personen gerecht werde, wenn ich sie mit fiktiven in einen Topf werfe. Doch ich werde den realen Personen auch nicht gerecht, wenn ich sie mit anderen realen Personen in einen Topf werfe. Die Einleitung mag diesbezüglich ungeschickt sein, aber gerade um dieses In-einen-Topf-Werfen geht es ja beim Egoismus-Argument. Dass jeder Suizid – ob real oder fiktiv, aus welchen Beweggründen auch immer, ohne Wissen um die Hintergründe – egoistisch ist. Aber ja, natürlich sind Romeo und Julia kurzsichtig, sind keine positiven Helden, auch der junge Werther nicht, überhaupt kann es bei Suizid wohl kaum um positive Helden gehen… Ich danke dir sehr fürs Lesen und Weiterlesen, ebenso für deine Gedanken und Worte…

      Gefällt mir

  4. Erstaunlich fand ich, als wir über das Thema Suizid sprachen jemand sagte: Der hat sich keine Gedanken gemacht, über gar nichts was ist. Und ich entgegnete: Vermutlich ist das Gegenteil davon wahr: Er hat sich über alles Gedanken gemacht und vermutlich sogar sehr viele.

    Ich las vorhin, dass Robin Williams außerdem an Parkinson erkrankt war. Und vorgestern las ich bei Wiki, dass Robin Williams kleine Soldaten gesammelt hat, als Kompensation und/oder Ersatz, weil er (in seiner Kindheit) kaum oder keine Freunde hatte, weil seine Familie dauernd umgezogen ist. Den Respekt, den ich für ihn empfunden habe, der ist immer noch da, warum auch nicht?

    Was Suizid mit Feigheit zu tun haben soll, habe ich nie verstanden. Jeder hängt am Leben. Jeder.

    Danke für diese Geschichte.
    Ein schönes Wochenende Dir.

    Gefällt mir

    1. Deine Vermutung teile ich, es sind in der Regel wohl eher zu viele Gedanken als zu wenige. Und vor allem sind die Gedankengänge wohl so verschlungen und konfus und verunsichernd, dass man sich verheddert und kaum mehr rausfindet…
      Vielen Dank dir fürs Lesen und für deine Worte. Dir ebenfalls ein schönes Wochenende.

      Gefällt mir

  5. Mit Egoismus hat es wohl nichts zu tun, auch wenn einem dieses Wort – je nach Lebensumfeld des Menschen – häufig als eines der Ersten in den Sinn kommen mag. Mit Ehrlichkeit hat es viel zu tun. Sich ehrlich zugestehen, dass die Kraft nicht mehr ausreicht, dass der Schatten immer grösser sein wird, als das Licht. Und womöglich ist es die Fassungs- und Hilflosigkeit, die nach einem Suizid nach einem Schuldigen verlangt.

    Gefällt mir

    1. Ja, Hilflosigkeit ist in Bezug auf Suizid wohl immer zentral, davor und danach. Und ja, wenn etwa ein Vater oder eine Mutter sich das Leben nimmt, ist es wohl irgendwie nachvollziehbar, dass die Frage auftaucht, wie er/sie dies den Kindern antun konnte. Und eigentlich ist die Frage ja durchaus sehr wichtig. Zumindest wenn man sich auch Gedanken darüber macht, über das Warum und über mögliche Antworten. Das Egoismus-Argument scheint mir jedenfalls ziemlich vereinfachend. Und wenn es ein gewisses Mitleid oder Mitgefühl gegenüber den Hinterbliebenen ausdrücken soll, weiss ich nicht, ob es bei diesen auch so ankommt.
      Vielen lieben Dank fürs Lesen und für die Worte und dich.

      Gefällt mir

      1. Ja, das meinte ich mit dem Lebensumfeld – die Kinder, die junge Familie. Und doch auch diese Situation wirft die Frage auf, wie stark sich die dauerhafte Lebensmüdigkeit auf Kinder auswirkt. Wie sollen kleine Kinder mit dem Gefühl umgehen, dass der Vater oder die Mutter das eigene Leben nicht mag. Oder differenzieren können, dass die Schwere nichts mit ihnen zu tun hat.
        Danke auch, für dich.

        Gefällt mir

  6. Ich kann sie nur wahr nehmen. Versuchen zu fühlen. Mir tut es unglaublich leid, wenn eine Seele keinen Boden und Halt mehr findet. Die Hinterbliebenen die sich lange den Kopf hilflos machen.
    Nachvollziehen zum Glück nicht. Aber so ist es wohl mit jedem Gefühl, welches man selber noch nie erlebte.
    Dennoch vielen Dank für diese wie immer großartige Schreibe.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s