Wirklich sehr gut.

22 Gedanken zu “Wirklich sehr gut.”

  1. Ich selbst war eine ganze Weile krank (und bin noch immer in der Rehabilitationsphase) und es ist wirklich erschreckend wie viele Menschen fragen, wie es einem geht, die Antwort aber gar nicht hören wollen. Es ist zu einer Höflichkeitsfloskel geworden bei der die meisten Menschen nichts anderes hören wollen als „gut“.

    Ich selbst habe mir auch angewöhnt, nur bei einem bestimmtem, sehr engem Kreis meines Umfeldes überhaupt etwas anderes zu antworten als „ganz ok, danke“…

    Daher haben mich deine Worte berührt und ich danke dir für diese kleine Welt.
    Viele Grüße, Julie

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    1. Ja, es lohnt sich wohl nicht, auf die Frage einzugehen, wenn der Fragende gar nicht an der Antwort interessiert ist. Und vielleicht ist die Frage selbst aus den Mündern von nahen und vertrauten Menschen manchmal nur ein Automatismus. Manchmal aber auch nicht.
      Vielen Dank dir fürs Lesen, fürs Teilen deiner Gedanken und für deine Worte…
      (Und ich frag gar nicht, wie’s dir so geht, sondern hoffe einfach, dass es dir stetig besser geht und du vor allem dir selbst zumindest mit „gut“ antworten kannst…)

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  2. sie kann reagieren, mechanisch leben – irgendwie – aber zu mehr ist sie nicht in der Lage, sie ist schon zu lange in sich versponnen, der Kokon ist reißfest geworden, liegt zu eng geschnürt um ihre Seele. Zu diesem einen Satz ist sie noch in der Lage, fast eine Abwehrreaktion, eine sehr höfliche, mehr geht nicht.
    Selbst wenn sie sich bemühte, würde sie kein Wort mehr über die Lippen bringen. Sie hat dicht gemacht. Mehr geht nicht mehr… Zu vieles wurde hineingepackt, in sie, in ihr Leben, sie existiert nur noch – irgendwie, wie eine Puppe, die diesen einen Satz sagen kann – nicht mehr. Auch bei wiederholtem Schütteln kann nicht mehr kommen, weil. da ist nichts ist…

    Ihre Seele müßte befreit werden, dann ginge mehr, doch wer befreit freiweilig, es ist zu schwer, eine Aufgabe, die nie mehr aufhört… Wer möchte schon eine solche lebenslange Aufabe für einen anderen übernehmen?

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    1. Der Vergleich mit dem Kokon, er ist schön, und passend, finde ich… Es geht wohl um Abwehr, ja, um Selbstschutz, auch wenn es häufig gar nicht klar ist, wovor geschützt werden soll…
      Das Befreien, es muss vielleicht gar nicht lebenslang sein. Vielleicht genügen schon ein paar Öffnungen, ein paar Risse in der Maske… Vielleicht…
      Vielen Dank dir, liebe Bruni, für dein Lesen, dein Hinein- und Weiterdenken…

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      1. Risse in der Maske öffnen nicht wirklich, lieber Disputnik. Die Maske ist doch nur die Oberfläche. Das Darunter muß in der Lage sein, sich öffnen zu können u. genau das ist das Problem.
        Da siehst Du, wie gut Dein Text sein muß, wenn Du diese Gedanken von mir liest *lächel* – zu dieser Frau, die DU für diesen Text erfunden hast.
        Es gelingt Dir immer wieder, Deine Typen hautnah/lebendig Deinem Leser vor Augen zu führen

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      2. Vielen Dank für deine Worte, liebe Bruni… Und was die Risse betrifft, ja, das Darunter muss bereit sein. Doch um sich zu öffnen, muss doch auch jemand da sein, irgendwo, in der Nähe, irgendwie… Nochmals danke und liebe Grüsse…

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  3. wie geht es Dir?

    oft eine höfliche Floskel und eine passende Antwort wäre vielleicht:
    Den Umständen entsprechend,
    denn dies hätte zur Folge, dass entweder nachgefragt würde, vielleicht sogar aus echtem menschlichen Interesse heraus oder aber ein Schulterzucken, ein Verstummen träte ein.

    Nachfragen hätte vielleicht mehr zur Folge als ein einstudiertes Allezähnezeigen.

    Wirklich sehr gut.
    Wirklich.😊

    Viele Grüße
    von der Karfunkelfee

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    1. Ja, das „Wie geht es dir?“, es ist oftmals eine Floskel, und allzu häufig ist dem Fragenden gar nicht nach einer Antwort zumute… Und wenn doch, ja, das Nachfragen, es kann wichtig sein, oder auch sinnlos, je nach dem… In jedem Fall kann es etwas auslösen… Vielen Dank dir fürs Lesen und für deine Gedanken…

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      1. Das Thema Deiner Geschichte und auch zwei Begriffe von Bruni, die im Kommentarwechsel auftauchten, gingen mir herum und ich verdichtete das Thema in Lyrik. Gern würde ich das Poem bloggen und die Quelle nennen, die mich auf die Gedanken brachten, gern einen Link zu Deiner Geschichte und auch den Kommentaren dazuschreiben.
        Fändest Du das in Ordnung?
        Viele Grüße von der Karfunkelfee

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  4. Eben, wirklich sehr gut. Die Zeilen. Vielleicht ist sie einfach zu schwierig, die Ehrlichkeit. Vielleicht ist die Ehrlichkeit sich selber gegenüber zu schmerzvoll. Vielleicht würden zu viele Wunden bluten und sich zu viele Abgründe auftun. Und vielleicht wäre das wirklich nicht sehr gut. Die Maske, sie wird brüchig werden. Irgendwann. Und sie wird dastehen und nichts mehr sagen.

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    1. Ja, sie ist wohl schwierig, die Ehrlichkeit, schwierig und mühsam. Doch irgendwie muss es doch auch mühsam sein, den Schein zu wahren, immer wieder, oder nicht? Vielen lieben Dank dir, fürs Lesen und für die Worte und die Dinge dahinter…

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