In ihren Augen.

15 Gedanken zu “In ihren Augen.”

  1. ich habe nichts gegen das Wort Sabbatical in Deinem Text, denn ich übersetzte es für mich während ich las
    mit „Aus seinem bisherigen Leben hinausgehen, in etwas sehr Anderes hineingehen“, um zu erkennen, wo er hinmöchte, was ihm tatsächlich fehlt, bzw. was ihm alles zu viel ist, im sogenannten Wohlleben, warum er sich dermaßen fehl am Patze fühlt, obwohl es doch immer seiner war… Er war allem überdrüssig, was es da gab, er fühlte sich überfordert, zu vielen unverdaubaren Reizen ausgesetzt, also stahl er sich hinaus… Er nahm sich in gewissem Sinne ein Sabbatical.
    Auszeit wäre viel zu einfach gewesen

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  2. letzte Woche in der City zwei gehörlose Frauen vor mir, fliegende Hände, sie waren in ein intensives Gespräch vertieft. Sie sahen sich immer wieder in die Augen. Die Gebärdensprache erschien mir stets als eine der ausdrucksstärksten Formen der Verständigung.
    Deine berührende Geschichte erinnerte mich an diese Begegnung und wie beeindruckt ich war, immer wieder bin, wie viel auch ohne Worte durch Blicke und mit Körpersprache ausgedrückt werden kann.
    Mit unseren Innenstimmen sind wir allein, und sie können so laut sein, dass sie, auf welche Weise auch immer zum Gegenüber wollen und dann findet sich ein Ausdruck, wenn es doch so wichtig ist, was mitgeteilt werden soll…
    Fehlt einer unserer Sinne, werden wir uns der vorhandenen umso bewusster…
    ich frage mich gerade, wie in der Gebärdensprache „Vertrauen“ ausgedrückt wird, doch ich weiß, wie ich mit „Augen-Blicken“ darum bitten kann.

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    1. Hmmja, ich staune immer wieder, vor allem bei mir selbst, wenn ich erkenne, wie selten wir anderen in die Augen sehen, gerade auch beim Reden; immer wieder senkt sich der Blick, und vielleicht passiert es darum manchmal, dass man aneinander vorbeiredet…
      Vielen Dank fürs Lesen und fürs Teilen und Mitteilen deiner Begegnung und deiner Gedanken…

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  3. Die überlaufenden Augen und Ohren, man meint ja selber manchmal, es nicht mehr auszuhalten. Gut, daß er sich diese Auszeit nahm, sich erst auf sich besann. Vorher hätte er die stummschöne Frau wohl nicht gesehen, keine Zeit, in ihren Augen die Wahrheit zu erkennen. Eine wundervolle Geschichte, die irgendwie zu der Trilogie von Frau Viola paßt, als wäre sie der perfekte Abschluß. Ich lese gleich alles nochmal hintereinander weg. Herzliche Grüße, Ihre Frau Knobloch.

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    1. Ja, vielleicht hätte er die stummschöne Frau zuvor nicht gesehen, hätte nicht genau hingeschaut, hätte ihr wortlose Sprache nicht verstehen können…. Vielen herzlichen Dank fürs Lesen und das Wundervollfinden und die Worte…

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  4. berührende geschichte. vielleicht schreibst du ja mal einen zweiten teil dazu, denn ich lese gern von männern, die sich verliebt haben, das lese ich nicht so häufig aus der perspektive. (zuletzt bei bukowski, meine ich mich zu erinnern). das problematische am wort sabbatical ist wohl, dass es keine einfache übersetzung ins deutsche gibt, die dasselbe sagt und bedeutet, oder? ich wüßte jedenfalls keines. auszeit? das trifft es nicht. jedenfalls – schöner erzählstil.

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    1. Von Bukowski das Verliebtsein erzählt zu bekommen dürfte auch zweifellos anders (und spannender) sein als, keine Ahnung, von Nicholas Sparks oder so… Und Sabbatical, naja, Auszeit ist sicher nicht weit daneben, steht auch da, doch vielleicht steckt beim Sabbatical mehr In-sich-Gehen drin, irgendwie… Jedenfalls und überhaupt; vielen Dank fürs Lesen und für deine Gedanken…

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  5. eine ebenso interessante wie schöne Geschichte, eine, für die das Wörtchen schön eigentlich total falsch ist, sie ist voll tiefem Sinn,also ist sie tiefsinnig, doch dieses Tiefsinnig klingt schon wieder falsch.
    Eine Geschichte, die aufmerksam gelesen werden möchte auf jeden Fall, die geradezu nach Gehörtwerden schreit, obwohl sie doch zu lesen ist.
    In falscher Umgebung leben zu müssen, immer gegen die eigenen Gedanken antreten zu müssen, schwächt zu sehr und er entzog sich, fand einen guten Ausweg, den in das Stumme, ins Verstummen hinein, um so wieder zu sich selbst finden zu können.

    Nun hoffe ich, daß SIE ihn richtig versteht, in seinen Augen das Wahre findet und ER mit der wirklich Gehörlosen endlich ein erfülltes Leben finden kann. Es wäre zu schön…

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    1. Vielen herzlichen Dank dir, liebe Bruni, fürs aufmerksame Lesen und für deine Gedanken zum Gelesenen und darüber hinaus… Den Ausweg, um zurück zu sich zu finden; sehr schön beschrieben…
      Ja, ich hoffe und glaube, wenn sie genau in seine Augen schaut, wird sie die Wahrheit und deren Wert (für ihn und für sie) erkennen…

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  6. Erst einmal die Wiederholung, dass ich sehr angetan bin von der Geschichte (wenn ich mir auch erlaube, zu sagen, dass mir das Wort „Sabbatical“ darin nicht so recht passen bzw. gefallen will). Doch eigentlich ist die Geschichte zu kurz. Sie will lang erzählt werden.
    Zu den Assoziationen: Ich musste zuerst an ein Stück von Strindberg denken (ich weiß nicht mehr welches), in dem ein Mann in geselliger Runde allen Anwesenden einmal die ungeblümte Wahrheit ins Gesicht sagt und dafür von diesen in eine Heilanstalt gesteckt wird. Mir kam ebenso Frischs „Gantenbein“ in den Sinn. Und außerdem noch (ich erspare Ihnen und mir eine ausführende Erklärung) eine Geschichte aus einem Spiderman-Comic.
    Wie auch immer, Ihre (leider zu kurze) Geschichte über Wahrheit und Wahrhaftigkeit (Seelenhaftigkeit) gibt mir einigen Grund zum Nachdenken. Und das tue ich gern.

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    1. Die Assoziationen sind wunderbar. Das Stück von Strindberg ist mir (wenig überraschend) völlig unbekannt, doch es klingt sehr spannend, ich würde es gerne sehen. Den Gantenbein will ich mal wieder lesen, hatte ihn aber nicht im Kopf. Und die ausführende Erklärung zum Spiderman-Comic, sie würde mich natürlich interessieren, doch das Ersparen gönne ich Ihnen natürlich von Herzen.
      Das Wort Sabbatical, ja, ich war sehr unschlüssig. Ich habe es wohl in meinem gesamten Leben noch nie benutzt, weder geschrieben noch gesagt. Doch beim Verfassen fiel es mir ein. Vielleicht ist es fehl am Platz, aber es ist eben auch nicht komplett falsch. Nun ist es mal drin. Vielleicht geh ich mal noch in mich (im Rahmen eines Sabbaticals oder so) und ändere es dereinst doch…
      Dass Ihnen die Geschichte zu kurz erscheint, tut mir leid (was aber keine Entschuldigung ist). Ich schreibe (und lese und schaue) wohl lieber zu kurze als zu lange Geschichten. Dass Sie aber durch die Geschichte (trotzdem oder deswegen) zum Nachdenken angeregt wurden, freut mich umso mehr. Vor allem freuen mich Ihre Aufmerksamkeit, Ihr Lesen und Ihre Worte. Vielen Dank dafür!

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