Brief an Erich Fried.

13 Gedanken zu “Brief an Erich Fried.”

  1. *lächel*
    was heißt schon Scheitern?
    Scheitern würde bedeuten, Du kannst es nicht ausdrücken. Deine Liebe nicht ausdrücken.
    Du versuchst es immer wieder und auf dem Papier finden sich dürftige Zeilen,
    die Deinem liebenden Gefühl nicht gerecht zu werden scheinen.
    Das meinst Du nur.
    Starte einen Versuch. Einen einzigen.
    Schicke Deine Zeilen weg an die Liebste, übergib sie dem Boten, leg alle Deine Gefühle in jedes Wort
    mit hinein und sage, was Du denkst, was Dir die Seele zu schreiben befiehlt und Du wirst sehen,
    Du wirst aus vollem Herzen verstanden. Dein Scheitern war zum Scheitern verdammt.

    Liebe Grüße von Bruni

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    1. Ich glaube ja, dass man auch im Scheitern verstanden wird, dass die Absicht und die Gefühle hinter den Worten durchaus zu erkennen sind. Dennoch scheitere ich, wenn ich die Liebe in Worte zu kleiden versuche. Jedoch wäre es ein grösseres und traurigeres Scheitern, wenn ich mit dem Versuchen aufhören würde… Vielen Dank für deine Worte, liebe Bruni…

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  2. Auch ich schätze Erich Fried. Du solltest jedoch nichts, was du tust, als etwas begreifen, das zum Scheitern verurteilt ist. Ich habe bereits einen Poesieblog von mir gelöscht, weil ich glaubte, er wäre nichts wert gewesen. Spuren habe ich verwischen wollen. Ich habe Tagebücher in unseren Fluss für immer dem schwimmenden Nass übergeben. Aber dennoch. Es war kein Scheitern.
    Ein lieber Gruß!

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    1. Vielen Liebdank für deinen Kommentar… Schade um deine Worte, die du dem Nichts und dem Wasser überlassen hast…
      Natürlich ist es nicht schön, zu scheitern, doch manchmal liegt im Scheitern auch eine gewisse Poesie, eine ganz eigene Schönheit. Ich scheitere gern, wenn ich weiss, dass der Versuch an sich schon etwas bedeutet, etwas wert ist. Natürlich kannst du mir widersprechen, doch ich denke, beim Versuch, die Liebe voll und ganz und absolut zu beschreiben und ihr mit Worten gerecht zu werden, kann man nur scheitern. Ich zumindest. Dennoch versuche ich es immer wieder.

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  3. Nun. Also. Ich bin froh, versuchst du weiter. Auch wenn du scheiterst. Im stetigen Versuch liegt die tiefe deiner Liebe. Und mit jedem Wortfetzen werden andere Facetten deiner Liebe greifbar. Nicht ergründbar, aber zumindest lebbar. Und wenn es mit der Wortfindung für die Liebe nicht gelingt, dann eben für die Welt. Drei Worte. Danke.

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  4. Ich finde gerade im Scheitern liegt eine große Emotion, eine große Tiefe, eine große Sehnsucht. Ohne das Scheitern – oder zumindest das potentielle Scheitern – wäre doch alles fad. Die größten Scheiterer waren doch, aus meiner subjektiven Sicht, stets auch die romantischsten Geister. Schließlich wussten sie am besten, was Sehnsucht wirklich bedeutet.

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    1. Stimme dir völlig zu, das Scheitern hat – zumindest in gewissen Fällen – eine ganz eigene Qualität. Grosse Sehnsucht sowieso. Mir ist mitunter lieber, immer wieder zu scheitern, etwa beim Versuch, die Liebe zu beschreiben, als dass es mir gelingt und ich es nicht mehr zu versuchen brauche. Was dann wiederum die Frage eröffnet, warum man eigentlich etwas versucht, obwohl man weiss, dass es nicht gelingen wird. Womit man vielleicht wieder bei der Tiefe und der Sehnsucht wäre…

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  5. gescheitert? fried? finde ich nicht. wer ist dann deiner ansicht nach „erfolgreich im schreiben über die liebe“? das wäre mal interessant zu wissen.

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    1. Meiner subjektiven Ansicht nach gibt es kein Gelingen darin, die Liebe adäquat in Worte zu fassen, sie zu definieren. Zum Glück, wie ich finde, sie darf gerne unbeschreiblich bleiben. Was Fried betrifft, er war wundervoll in seinen Versuchen, die Liebe in Sätze zu kleiden. Sehr echt, sehr nahe. Beim Schreiben über die Liebe war er ein Meister. Die Liebe selbst konnte aber auch er nicht abschliessend definieren. Was gut ist, weil es sonst keine entsprechenden Versuche mehr geben müsste…

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