Wie wenig von uns bleibt am Ende.
Wie wenig bleibt von uns am Ende?
Was bleibt am Ende von uns?
Was am Ende bleibt von uns.
Wie wenig am Ende von uns bleibt.
Bleibt von uns ein wenig am Ende?
Was bleibt von uns am Ende?
Was am Ende bleibt von uns.
Wie wenig von uns bleibt am Ende. Bisweilen nur Haut, die sich über Knochen spannt, dünn und blass. Alles, was zuvor in diesem Körper war, scheint sich verflüchtigt zu haben, ist verschwunden. Das Fett und die Muskeln und die Sehnen. Das Lachen und die Tränen und die Tiefe. Die Stimme und das Schluchzen und das Rufen. Die Freude und die Wut und die Angst. Der Atem in der Nacht und das Knurren des Magens und das Knacken der Gelenke. Die Wärme und die Ruhe und die Kraft. Doch wichtig ist vielleicht nicht das, was verschwunden ist. Wichtig ist das, was bleibt. Was am Ende bleibt von uns.
Wie wenig am Ende von uns bleibt. Wenn die Stimme verstummt ist und die Augen nicht mehr blinzeln, existiert man nur noch in den Köpfen anderer Menschen und vielleicht in Fotoalben aus grünem, rotem oder blauem Kunstleder. Wir verblassen, zumindest auf den Fotos, jedes Jahr ein bisschen mehr. Was bleibt, sind unscharfe Gesichter hinter Schutzfolien. Was bleibt, sind matte Farben aus einer anderen Zeit. Was bleibt, sind Konservenmomente, die immer weiter in die Vergangenheit rücken. Was bleibt? Was bleibt von uns am Ende?
Bleibt von uns ein wenig am Ende? Diese Frage beginnt zumeist klein und leise und wird immer grösser und lauter, je näher es rückt, das Ende. Wir schreiben Bücher und Briefe, bauen Häuser aus Holz oder Legosteinen, malen kryptische Zeichen an Betonwände und Landschaften auf Leinwände, ritzen unsere Initialen in Schulpulte und Baumrinden, und in allem liegt die Möglichkeit, dass es weiterhin Bestand hat, wenn wir am Ende angelangt sind. Dass es etwas von uns bewahrt in der Nachwelt. Aber wie viel? Wie wenig? Wie wenig bleibt von uns am Ende?
Was bleibt am Ende von uns? Das Unangenehme an dieser Frage ist vielleicht die Tatsache, dass wir die Antwort nie erfahren werden. Und mitunter das Beste, was man im Hinblick auf diese Frage tun kann, ist das Leben so zu leben, als würde es niemals enden, als wäre es ein Spiel, bei dem es nur ums Spielen geht. Doch das Leben ist kein Spiel, es gibt keine Gewinner, keine Verlierer. Trotzdem verlieren wir am Ende. Verlieren alles, was wir zuvor gewonnen haben. Verlieren das Leben. Doch wichtig ist vielleicht nicht das, was verloren ist. Wichtig ist das, was bleibt. Was am Ende bleibt von uns.

Hoffentlich ein paar gute Gefühle bei den Nächsten.
Mehr geht, glaube ich, nicht wirklich (positiv) zu hinterlassen.
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Gute Gefühle sind eine schöne Hinterlassenschaft… Vielen lieben Dank dir fürs Lesen!
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Lieber Disputnik,
Was für eine große Frage, so groß, dass sie den Text bestimmt, ihn lenkt und bestimmt und zwischen all dem sich langsam Verflüchtigenden bleibt vielleicht am Ende des Lebens diese eine einzige Frage übrig und pflanzt sich fort, von Generation zu Generation.
Manche Menschen sagen zum Ende ihres Lebens hin, es sei nun gut, sie würden nun gerne sterben wollen. Sie seien zufrieden. Vielleicht waren es nicht die reichsten, die gesündesten, die stärksten oder zuversichtlichsten Leute. Vielleicht haben sie ja nur endlich eine Antwort auf diese nervige Frage gefunden. Vielleicht lautet sie: In fünftausend Jahren weiß sowieso niemand mehr wer ich mal war. Also ist es wurschtegalwumpe. Schön war‘s trotzdem und hauchen ihr letztes Tschüss.
So gern gelesen ganz liebe Grüße von Amélie
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Wie schön, wenn man zum Ende des Lebens sagen kann, nun sei gut, man würde nun gerne gehen, es gebe sonst nichts mehr zu tun und zu sein. Für einen selbst ist ja eh entscheidender, was war, als man da war, und nicht, was bleibt, wenn man nicht mehr da ist.
So gern gelesen – deine Worte ebenso. VIelen lieben Dank dir und herzliche Grüsse zurück, liebe Amélie…
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Gänsehautfeeling beim Lesen, lieber Disputnik … berührender Text.
Dankeschön dafür 💐
Liebe Grüße vom Finbar
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Von Herzen vielen Dank, lieber Finbar, fürs Lesen, Berührenlassen und deine Worte. Herzliche Grüsse zurück!
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