Seine Augen schreien.
Ich sehe ihn regelmässig,
im Zug am Abend,
er gehört zu meiner Heimfahrt
wie die Zigarette am Bahnhof,
doch ich kenne ihn nicht.
Wie er heisst, was er tut, woher er kommt,
wohin er geht; ich weiss es nicht.
Er ist merkwürdig,
doch das sind wir alle,
und wahrscheinlich wäre er mir nie aufgefallen,
wenn da nicht seine Augen wären.
Seine Augen schreien.
Sie sind tausend Geschichten tief,
an der Oberfläche jedoch erzählen sie vor allem
von Angst.
Einmal sagt er,
mehr zu sich selbst als zu mir oder anderen,
dass er den Bahnschaffner fürchte,
und er rudert dabei ein wenig mit seinen Armen.
Wenn der Schaffner kommt,
zeigt der Mann mit den schreienden Augen
seine Fahrkarte und zittert dabei leicht.
Der Schaffner nickt und geht weiter.
Die Angst bleibt. Das Schreien bleibt.
Seine Augen schreien,
und wenn ich aussteige,
blicken sie mir manchmal nach.
Ich gehe langsam weiter,
in meinem Kopf das Schreien
und die Frage,
was sie sehen, diese Augen.
……frag ihn, was sie sehen, ….diese Augen…
LikeLike
Manchmal braucht es vielleicht gar keine Antworten…
LikeLike
gefällt mir. nur., ich würde enden mit“….was sie sehen, diese Augen.“ Oder…“seine Augen.“ Passt besser zum Rhythmus der Sprache.
LikeLike
danke schön… ja, könntest recht haben…
LikeLike