Hier sein im Dasein.

Tun, was man nicht lassen kann. Lassen, was man nicht tun kann. Über das Nachdenken nachdenken und daran denken, weniger zu denken. Die Unmöglichkeit einer Möglichkeit erkennen und in Gedanken das Unmögliche möglich machen. Etwas nicht verlieren können, weil man es nicht haben kann, und etwas haben, das man nicht verlieren kann. Fliehen, aber nicht fortkommen, hier sein im Dasein. Sich selbst verraten, um sich selbst nicht zu verraten. Sich selbst … Weiterlesen Hier sein im Dasein.

Ein gutes Stück.

Ich bin ein gutes Stück von mir selbst entfernt und betrachte mich aus der Distanz, ich urteile und verurteile, und irgendwie mag ich mir nicht näher kommen und irgendwie mag ich mich nicht, denn wäre ich ganz bei mir, wäre ich wohl ausser mir, wäre ernüchtert, enttäuscht, doch aus der Ferne verlieren Konturen ihre Härte, … Weiterlesen Ein gutes Stück.

Menschen aus Stein.

Er steht am Eingang zum Friedhof, verharrend am eisernen Tor, und raucht eine Zigarette. Hier ist also der Ort, denkt er, an dem man Frieden findet, die letzte Ruhe, die eigentlich auch die erste und einzige ist. Irgendwo in diesem Garten aus Stein ist sein Platz, und er stellt sich vor, wie fremde Männer sein … Weiterlesen Menschen aus Stein.

Mein Freund hat den Hund des Präsidenten vergiftet.

Sie sagen, er habe den Hund des Präsidenten vergiftet. Und sie sagen es nicht nur, sie schreiben es auch in den Zeitungen, und der Nachrichtensprecher, der immer eine Fliege trägt, lächelt süffisant, wenn er allabendlich davon berichtet. Ein kurzer Film aus dem Archiv der Fernsehgesellschaft zeigt den Dackel, wie er über einen gepflegten Rasen tollt, … Weiterlesen Mein Freund hat den Hund des Präsidenten vergiftet.

Sätze setzen.

Du sortierst die Worte, bringst sie in verschiedene Reihenfolgen, um zu erkennen, dass es wohl keine richtige gibt; du feilst an den Ecken und Kanten der Buchstaben, polierst ihre Oberflächen, damit sie wenigstens glänzen, auch wenn sie nicht strahlen; du versuchst, Sätze so zu setzen, dass sie sitzen, doch sie tun es nicht, sie stehen … Weiterlesen Sätze setzen.

Entschleunigt im Schnee.

Schnee macht die Strassen stumm, entzieht der Welt ihre lauten Farben, entschleunigt die Zeit. Entschleunigt dastehen, der Atem enflieht als Dampfwolke, erstarrt in der weissen Kälte. Und dann sich fragen, wo man ist, wo im Leben, wo in der Zeit, wo im Verlust, im Verlorensein. Sich wundern über den flüchtigen Hauch, dass er noch da … Weiterlesen Entschleunigt im Schnee.

Luna.

PDF: Luna. Für eine beträchtliche Anzahl Menschen sind kunststoffbehandschuhte Hände von Männern oder Frauen in weissen Kitteln der erste Kontakt mit der Welt ausserhalb des Mutterkörpers. Meistens sind diese Hände nicht sonderlich zärtlich oder sanft, sondern gleichen eher der Charakteristik fettiger Greifwerkzeuge von Schnellrestaurantangestellten, die ein in eine bunte Kartonschachtel verpacktes Nahrungsmittelimitat auf ein Tablett legen. … Weiterlesen Luna.