Nicht da.

Was nicht da ist, kann uns dennoch zerstören. Was nicht wirklich ist, kann die Wahrheit entkräften. Und was man nicht loslässt, kann jeden Halt rauben. Werden Tage ungut gefüllt, bleibt nur Leere zurück, ein stummer Raum, der zweifeln und verzweifeln lässt, mit Trugbildern an den Wänden und Tränendunst in der Luft, ein karger Raum, der … Weiterlesen Nicht da.

In der trägen Wärme.

Dein leiser Atem strukturiert die nächtliche Dunkelheit. Du liegst still in der trägen Wärme der reglosen Luft. Wir sind da, seltsam geborgen im Hier und Jetzt, während draussen vor den Fenstern die Welt sich im Kreis dreht. Ich berühre deine Haut, die sich warm über deinen Körper spannt. Ich zeichne Linien, die keiner Richtung bedürfen, … Weiterlesen In der trägen Wärme.

Das Spiel, das wir spielen.

Wir spielen unser Spiel. Wir spielen unsere Rollen. Wir spielen herunter und wieder hoch. Wir spielen uns auf und spielen uns etwas vor, denn spielen können wir eigentlich gar nicht mehr. Wir haben es verlernt, haben die Gabe des Spielens verloren wie wir unsere Unschuld verloren haben. Das Spiel, es geht weiter, es verändert sich, … Weiterlesen Das Spiel, das wir spielen.

Das Opferlamm.

Männer haben’s nicht leicht. Zugegeben, ein Text, der mit diesen Worten beginnt, droht sich im weiteren Verlauf in selbstmitleidig intonierten Maskulinismus zu wandeln, mit einer Schlussfolgerung, die dem vermeintlich starken Geschlecht die Gestalt eines leidenden Opferlammes verleiht. Nun denn. Mäh. «Männer haben’s schwer, nehmen’s leicht, aussen hart und innen ganz weich», nuschelte schon Herbert Grönemeyer, … Weiterlesen Das Opferlamm.

Wolken, an den Himmel gemalt.

Wolken, an den Himmel gemalt, und darunter du, kaum erkennbar, kaum da, verloren zwischen Ästen und Zweigen, verloren zwischen Armen von Menschen, die du nicht kennst, und du atmest ein wenig, blinzelst hin und wieder, und manchmal musst du niesen, und du erschrickst und hoffst, dass dich keiner gehört hat, dass du niemanden gestört hast, … Weiterlesen Wolken, an den Himmel gemalt.

Ein Lied über das Gewicht.

Ein leises Knacken in den Knochen, kaum hörbar, kaum da und bereits wieder verstummt, und dennoch dröhnt das Echo in meinen Ohren, lässt mich nicht vergessen. Eine akustische Illusion, ein Mahnmal und Anlass für ein Hinterfragen und Infragestellen des Aushaltens. Ein leises Knacken in den Knochen, ohne Takt und Melodie, und trotzdem, ein Lied über das Gewicht, über Bürde und Last, über das Erträgliche und Ertragbare und über den Moment des ersten Nachlassens. … Weiterlesen Ein Lied über das Gewicht.

Der Sturm der Ruhe.

Ein Hund bellt in der Ferne. Er klingt traurig, seltsam müde. Er klagt und klagt an, wen oder was auch immer. Vielleicht liegen seine Besitzer im Bett, trunken von billigem Bier und schlechtem Fernsehen, und all der Schmutz in ihrem Leben verstopft ihre Ohren, lässt sie taub werden und das Winseln ungehört verhallen. Vielleicht auch … Weiterlesen Der Sturm der Ruhe.